#3 Bass, Holz & Lebenskunst – Olafs Tune Up
Shownotes
🎙️ Gast dieser Folge:
🪶 Olaf Sternitzke – Bandkollege, Tischler, Herzmensch.
👉 Olaf auf Facebook
🧇 Soul-Snack-Buchtipp von Olaf:
📖 Catch-22 von Joseph Heller – ein Klassiker der Antikriegsliteratur, der Olaf gleichermaßen zum Lachen wie zum Nachdenken gebracht hat.
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🎵 Tune of the Week:
🎙️ Olafs liebevolle Hommage an Udo Lindenberg – ein Musiker, der scheinbar für jede Lebenslage einen passenden Song geschrieben hat.
👉 Udo Lindenberg – Offizielle Website
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Transkript anzeigen
00:00:18: Hallo und herzlich willkommen zu Tune Up Your Life.
00:00:22: Mein Name ist Victoria Müller.
00:00:24: Ich öffne dir mit diesem Podcast einen Raum, dein Leben noch stimmiger und selbstbestimmter zu gestalten.
00:00:31: Mit deinen Gedanken, deinen Worten, deiner Stimme und vielen anderen Instrumenten.
00:00:37: Hier findest du wertvolle Impose, die dich stärken, nähren und dir Mehrklarheit und Leichtigkeit für den Alltag schenken.
00:00:44: Schön,
00:00:45: dass du da bist.
00:00:46: Lass uns gemeinsam einschwingen.
00:00:51: Heute ist es ein bisschen anders als sonst, denn mein Podcastgast Olaf und ich, wir sind gerade auf dem Nachhauseweg von unserer Benprobe.
00:01:02: Auf dieser Fahrt entstehen oft die tiefsten Gespräche und ich wollte dich, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, daran teilhaben lassen.
00:01:09: Olaf ist nicht nur mein Bandkollege, sondern auch ein kreativer Kopf und selbstständiger Tischler.
00:01:15: Und wir sprechen über Musik, Lebenswege und das, was uns bewegt.
00:01:21: Danke, liebe Olaf, dass du heute hier bist, das Auto durch die Dunkelheit längst und das Experiment mit mir wachst.
00:01:28: Sehr gerne.
00:01:29: Guten Abend.
00:01:32: Olaf, du bist ja als Tischler selbstständig und ich weiß, dass du von Herzen liebst, was du tust.
00:01:41: War dir eigentlich schon immer klar, dass du selbstständig arbeiten möchtest?
00:01:44: oder gab es vorher auch mal einen angestellten Verhältnis?
00:01:48: Ja, gab es tatsächlich und es war auch nicht selbstständig zu werden, zumindest nicht in meiner Kindheit oder Jugend war es nicht Thema.
00:01:59: Okay, das heißt du hast ganz klassisch eine Ausbildung als Zischlage
00:02:02: gemacht?
00:02:03: Genau, anschließend auch tatsächlich... im angestellten Verhältnis gearbeitet.
00:02:11: Okay, wie kam es denn überhaupt dazu, dass du Tischler werden wolltest?
00:02:14: War das für dich schon immer klar?
00:02:17: Nee, tatsächlich nicht.
00:02:18: Also, ich bin groß geworden in der DDR und habe da meine Schule besucht und Abitur gemacht und war irgendwie klar, der Junge muss studieren.
00:02:32: Wenn er hier schon diese schulische Laufbahn genießen darf, dann ... und das habe ich so über mich ergehen lassen, ohne groß nachzudenken.
00:02:41: Im Herzen war es wahrscheinlich schon eher so, dass ich irgendwie maurer werden wollte, Tischler, dem Beruf, wie ich habe es in dieser Industrie, aus der ich komme, nicht, oder hatte ich nicht so auf den Fokus, genau.
00:02:54: Also eher studieren und zum klassischen Bild gehen wie Vater, Schwester, Schwager, Onkel, Tante.
00:03:04: Okay.
00:03:04: Und dann kam die Wende und alles wurde anders.
00:03:08: Hast du ein Studiengang angefragt?
00:03:10: Ja.
00:03:10: Ach ja,
00:03:13: richtig, okay.
00:03:13: Welchen?
00:03:15: Anglistik, Germanistik auf Lehr.
00:03:18: Ich hatte ja die mensuellen
00:03:19: Aufricht im
00:03:20: Podcast.
00:03:20: Ich habe gar nicht gedacht, Mensch.
00:03:24: Okay, krass.
00:03:25: Und wieviel Semester hast du studiert?
00:03:28: Dematrikuliert war ich tatsächlich fünf Semester.
00:03:33: Richtig studiert habe ich eins.
00:03:36: Okay.
00:03:37: Das war, stellen wir uns auch ganz nett und interessant, aber dieser Studienfunke ist nicht übersprungen.
00:03:44: Dieses Forschen- und Selbststudium und da noch tiefer gehen ins Detail.
00:03:51: Und dort, das war mir zu abstrakt.
00:03:55: Okay.
00:03:56: Und gab es dann so einen Wendepunkt, wo du dann für dich beschlossen hast, so jetzt?
00:04:00: Ja.
00:04:00: Gab es
00:04:01: diesen
00:04:02: Wendepunkt?
00:04:03: dieser immer immer trekulierten Zeit sehr viel gearbeitet zu über die TUSMA, so eine studentische Arbeitsvermittlung und über die Stellenvermittlung beim Arbeitsamt gab es so in den neunzehnt neunzehnt neunzig, einundneunzig, war es irgendwie sehr einfach, da für zehn DEM die Stunde oder fünfzehn DMA die Stunde zu jobben und meistens immer auf dem Bau oder als Kraftfahrer.
00:04:30: Das hat mir Spaß gemacht.
00:04:32: fand ich toll.
00:04:35: Woran hast du gemerkt, dass du dabei Freude hast?
00:04:38: Woran habe ich das gemerkt?
00:04:39: Es ging mir einfach gut damit.
00:04:41: Es war, fand ich in Ordnung, da irgendwie Arbeitssache tragen, wohin, was anfassen, hochheben, was abreißen, was aufbauen.
00:04:49: Fand ich toll.
00:04:50: Hatte Hand und Fuß und am Abend sah man, was entstanden ist.
00:04:55: Du magst es also, wenn am Ende ein Produkt dort steht, was du geschaffen hast sozusagen?
00:05:01: Da zumindest wartet in der damaligen Zeit so, dass mich das doch eher befriedigt hat, als das Studier nicht.
00:05:08: War mal dann in so einer Bibliothek, weil es hieß, okay, man geht dann in eine Bibliothek, nimmt sich Bücher aus dem Regal und dann studiert man einen Dick.
00:05:17: Ich stand da und sah die anderen alle so leise am Tisch sitzen, mit so Büchern und Riesen und was rausschreiben.
00:05:23: Und ich dachte, dann rüttelte ich mir auch mal einen Buch, was irgendwie zum Thema passt.
00:05:28: hat mich da auch hingesetzt und irgendwie war das so fremd.
00:05:33: Lustlos, von A nach B blättert und dachte, warum soll ich das jetzt abschreiben?
00:05:38: Steht der da schon drin?
00:05:39: Also, das ist jetzt hier die Idee vom Studium.
00:05:42: Das hat sich mir damals überhaupt nicht erschlossen.
00:05:46: Heute schichtet anders, heute wüsste ich wahrscheinlich damit um zu jenen, aber zum damaligen Zeitpunkt war mir das zu fremd.
00:05:55: Okay, und dann hast du mit welchem Alter angefangen?
00:05:57: deine Ausbildung zum Tischler zu machen?
00:06:00: Mein Sohn wurde geboren, da war ich vierundzwanzig, dann war ich noch anderthalb Jahre zu Hause und dann hatten wir das getauscht, dann war es eine Mutter zu Hause, also ich würde mal vermuten, mit fünf, sechsundzwanzig, sechsundzwanzig.
00:06:16: Ah, okay, krass, dass du ja quasi schon in deinen zwanzigern Tune abgehapt, wenn du so willst.
00:06:23: Was habe ich da?
00:06:24: Da hast du dich quasi ... doch mal anders auf das Leben eingestimmt.
00:06:27: Genau.
00:06:28: Sie
00:06:28: was gemacht, was sich für dich stimmige anfühlt.
00:06:30: Genau.
00:06:31: Es ging, also man konnte sich eine Lehrstelle suchen, man konnte die Dinge, die vorher irgendwie so einfach nicht waren oder ich habe sie jedenfalls nicht so einfach empfunden, das ging dann.
00:06:44: Das
00:06:44: ist echt schön.
00:06:46: Also aus beruflicher Sicht.
00:06:47: Wir beide haben ja auch einen musikalischen Background, vielleicht für unsere Hörerinnen und Hörer.
00:06:53: zur Information.
00:06:54: Wir haben uns letztes Jahr bei einer Jam-Session in Rodanen kennengelernt.
00:07:00: Ich erinnere mich so gut an deine ersten Bass-Riffs, die du gespielt hast.
00:07:05: Und darin, wie wir spontan mein Gedicht still leben, laut leben vertont haben.
00:07:12: Und das ist ja auch tatsächlich ein Song, den wir heute auch bei der Probe geprobt haben.
00:07:17: Meine Frage an dich dazu lautet, lebst du dein Leben eigentlich lieber still oder laut?
00:07:28: Boah, gute Frage.
00:07:30: Also, das ist wirklich eine schwierige Frage.
00:07:35: Vermutlich ist es beides.
00:07:37: Also, ich würde mich selber eher als Dill-Leben betrachten, aber vielleicht muss ich noch mal drüber nachdenken.
00:07:50: Okay, nicht sofort eine Antwort zu haben.
00:07:52: Ja, ja, absolut.
00:07:56: zum Beispiel letztes Jahr, als wir uns kennengelernt haben, da habe ich mich zum Beispiel absolut nach Stille gesehen.
00:08:03: Jetzt ist es bei mir auch schon wieder eine andere Phase und dann singe ich diesen Part, ich bin Dualität, singe ich mit voller Inbrunst, also ich fühle auch beides tatsächlich und je nach Lebensphase schwankt das ja auch mal.
00:08:15: Deswegen ist es total okay, dass du darauf keine Antwort hast.
00:08:20: Wir sind ja jetzt schon in den letzten Wochen öfter mal Auto gefahren, so wie jetzt.
00:08:24: Und da hast du mir schon erzählt, dass du am liebsten hier und jetzt lebst.
00:08:29: Wie schaffst du das?
00:08:30: Hast du Tipps und Tricks, wie man das kultivieren und üben kann?
00:08:37: Tipps und Tricks?
00:08:39: Nee, ich glaube, man muss das einfach aus sich heraus wollen.
00:08:44: Wenn man das nicht will, dann wartet wenig Sinn.
00:08:49: Also ist das bei mir auch ein bisschen extremer als... bei anderen, dass ich sage, bestimmte Dinge in der Vergangenheit oder überhaupt Vergangenes ist Vergangenes, da hängen natürlich Emotionen dran und Erinnerungen, aber
00:09:09: ich
00:09:10: würde nicht meine Wohnung mit diesen Erinnerungen und Emotionen tabizieren.
00:09:16: Ja, genau, wir haben uns in dem Zusammenhang über alte Bilder und Videos unterhalten.
00:09:22: Das erzählt, dass du die Vor ein paar Jahren verbrannt hast, weil du einfach gesagt hast, das fand ich irgendwie so einprägsam.
00:09:30: Du hast gesagt, ich habe keinen Pakt mit der Vergangenheit und ich habe keinen Pakt mit der Zukunft.
00:09:38: Ja, wahrscheinlich habe ich gesagt keinen Vertrag.
00:09:40: Kein Vertrag, genau.
00:09:44: Mir reicht es tatsächlich oder anders.
00:09:45: Vielleicht war es einfach so, dieses Gefühl, mein Leben etwas zu vereinfachen in den Strukturen und viele Erinnerungen, zum Beispiel, nehmen wir mal Bilder, Fotos.
00:09:57: Das täuft sich alles an, das wird immer mehr, immer mehr.
00:10:00: Und dann dachte ich, okay, die wirkliche Erinnerung, das kann ich auch in mir tragen.
00:10:05: Brauche ich vielleicht gar nicht so viele Beweistücke für, um immer wieder drauf zu gucken.
00:10:09: Guck mal hier, damals war das so und damals war das so.
00:10:13: Genau.
00:10:13: Es hatte vielleicht etwas damit zu tun, das Leben so ein bisschen zu vereinfachter zu reduzieren.
00:10:19: Die Vorstellung, wie haben die Leute früher erlebt, als es diese ganzen Möglichkeiten Vergangenes zu archivieren und Zukunftiges zu planen, einfach nicht gab.
00:10:28: Und das erschien mir irgendwie charmant.
00:10:33: Die Vorstellung fand ich befreiend, angenähe.
00:10:38: Ja, es gibt so ein, zwei, drei, zehn, vielleicht sogar auch... Hundert Bilder, die es da irgendwo gibt, die irgendwo liegen und die entdecke ich mal zufällig und denke, ach, geht mal an.
00:10:47: Damals so und Freunde Verwandte spielen einfach mal ein Bild zu Mut.
00:10:53: Aber für mich selber brauche ich dann nicht viel.
00:10:56: Ja, das fand ich total spannend.
00:10:58: Übrigens haben wir gerade gelacht bei Schamann, weil wir heute festgestellt haben, dass das eines von Olafs Lieblingswörtern ist.
00:11:05: Und ja, da kam es gerade wieder rausgeploppt.
00:11:08: Genau.
00:11:09: Hast du denn das Gefühl, dass ich ... Dadurch, dass du dich jetzt auf das hier und jetzt konzentrierst, dein Leben und deine Strukturen auch vereinfachter sind?
00:11:17: Ja, ich glaube, ich brauche das.
00:11:19: Ich liebe es, wenn die Strukturen nicht zu komplex, zu kompliziert werden und da den Überblick zu behalten, da ist es schon gut, bestimmte Ballast abzuwerfen.
00:11:29: Und wenn der eben in solchen Relikten der Vergangenheit bestehen, dann ist das eben gut, wenn es nicht da ist.
00:11:37: Dann ist der Raum sortiert auf ihr Räumter.
00:11:41: fällt mir leichter.
00:11:43: Da darf jeder seinen Weg finden sozusagen im Dschungel des Alltags zurechtzufinden und das ist eben dein Weg.
00:11:51: Und jetzt sein Prinzip, wenn du so willst, das Prinzip der Achtsamkeit, kannst im Kind ja einen Namen geben, wie du willst, aber letztendlich ist es der Fokus auf den Moment, die Momente genießen und das machst du häufig.
00:12:07: Du fotografierst ja dann auch mal.
00:12:09: Ich freu es dich über den Käfer oder über Blumen, Wind oder was weiß ich.
00:12:16: Es ist mir schon aufgefallen, dass du das auch richtig kultiviert hast für dich.
00:12:22: Habe ich das so richtig wahrgenommen?
00:12:26: Ja, es ist einfach so, dass ich das schon sehe.
00:12:30: Fotografie ist sowieso eine Leidenschaft.
00:12:32: Also ich fotografiere unheimlich gerne, obwohl ich alte Fotos nicht brauche, aber so gegenwärtiges Fotografie mit Dingen, die zeitlos sind, finde ich sehr schön.
00:12:43: Ich mag gerne besondere Objekte, aus einem besonderen Blickwinkel mag ich.
00:12:48: Ist vielleicht so eine künstlerische Ada, whatever.
00:12:53: Ja, spannend.
00:12:54: Ja, Uli, ich sag dir öfter mal, dass ich froh bin, dich kennengelernt zu haben, weil ich finde, dass du sehr aufmerksam und offen bist, offenherzig auch.
00:13:03: Zum Beispiel fährst du mich zur Probe, weil du weißt, dass ich im Dunkeln schlecht sehen kann.
00:13:09: Du erkundest dich nach mir, wenn's meinem Körper oder meiner Seele mal nicht so gut geht.
00:13:15: Warst du schon immer so caring?
00:13:17: Also, fürsorglich?
00:13:18: Oder hat sich das im Laufe des Lebens entwickelt bei dir?
00:13:25: Ich weiß nicht, ob das jetzt so fürsorglich ist.
00:13:27: Ich glaube, ich habe gelernt, sich vielleicht auch tatsächlich auf das so ein bisschen zu fokussieren, was man kann.
00:13:36: Und wenn ich weiß, dass ich im dunklen Auto fahren kann und meine Bandkollegen das Schwerfeld, dann sage ich, okay, dann fahre ich halt.
00:13:46: würde ich gar nicht so als Fürsorge sehen, sondern sehr viel pragmatischer.
00:13:53: Ah, okay.
00:13:53: Wir wollen dahin und jemand, in dem Fall du, fällt es schwerer als mir, also übernehme ich den Part.
00:14:02: Dafür bist du Technikerzine und kannst da Probleme lösen, die ich nicht gelöst bekomme.
00:14:11: Ah ja.
00:14:12: Ja, spannend.
00:14:13: Okay.
00:14:14: Was theoretisch ... Wenn ich jetzt krank bin, müsstest du ja auch nicht nach mir fragen.
00:14:18: Wenn ich dir sage, ich bin wieder gesund, dann würde es ja theoretisch ausreichen.
00:14:23: Aber du bist echt einer der wenigen Menschen aus meinem Umfeld.
00:14:27: Also klar, Familie und Freund und so, aber die dann auch wirklich fragen, wie es mir geht.
00:14:32: Das finde ich schon, das finde ich schon caring.
00:14:36: Ehrlich gesagt, gar nicht so pragmatisch.
00:14:39: Ja gut, das ist dann anders als die Nummer mit der Autofahrt.
00:14:47: Ja, klar, immerhin haben wir doch eine sehr enge Beziehung.
00:14:51: Ich meine, wir geben was von uns preis, wir machen zusammen Musik, du mit deinen Texten, ich mit meiner Musik.
00:14:58: Wir ist dann, wie du sagst, für Caring.
00:15:02: Ja, okay, das finde ich sehr schön, wollte ich dir damit auch noch mal sagen.
00:15:08: Und da hast du eine gute Überleitung geschaffen zur Musik.
00:15:12: Wie bist du zum Musikieren überhaupt gekommen?
00:15:15: Also zum Bass spielen.
00:15:17: Über dem Umweg des Gitarre-Spiels.
00:15:20: Ah ja, okay.
00:15:21: War das also zuerst Gitarrenunterricht?
00:15:23: Wie kamst du dann von der Gitarre zum Bass?
00:15:26: Weil der Gitarist in unserer Band, der dann dazu kam, sehr viel besser Gitarre spielt als ich.
00:15:38: Was pragmatischen Gründen?
00:15:39: Ja, das war pragmatisch.
00:15:42: Gitarre fand ich schon cool.
00:15:44: Was, wo es dich gibt, ist auch ein sehr gutes Instrument, aber irgendwie war es erst mal die Gitarre.
00:15:51: Aber als ich dann umschwenkte auf die Bassgitarre und merkte, ey, Ola, das ist ja auch eigentlich eine Gitarre mit weniger Seiten und etwas deutlich tieferer Tonalität und man kann eine ganze Menge damit machen, war halt geschehen.
00:16:08: War es um dich geschehen?
00:16:09: Na ja, guck an.
00:16:11: Wenn du jetzt mal so in dein Alter guckst, Inwiefern brauchst du das Bass spielen für dich und auch das Musik machen?
00:16:18: Was gibt dir das?
00:16:21: Was gibt mir das?
00:16:24: Weil du arbeitest ja schon den ganzen Tag mit deinen Händen und dann setzt du dich an dein Bass und machst wieder was mit den Händen.
00:16:30: Ich finde es tatsächlich unheimlich befriedigend, vor allem in so einem Band-Kontext, also mit anderen Menschen, sowas Gemeinsames zu schaffen.
00:16:40: Mit Musik.
00:16:42: Oder Musik gemeinsam zu erschaffen.
00:16:44: Ich spiele natürlich auch alleine Bass für mich im Zimmer.
00:16:49: Und das ist auch manchmal ziemlich cool.
00:16:51: Aber der richtige Kick ist es, mit Leuten zusammen Musik zu machen.
00:16:56: Also der Gemeinschaftsaspekt.
00:16:58: Der Gemeinschaftsaspekt ist und dann auch tatsächlich so dieses Entstehen.
00:17:03: Also wenn ich das dann so beobachte, wie aus einzelnen Ideen und einzelnen Tonfragmenten nachher am Ende tatsächlich Wenn ein hörbarer Song wird, dann find ich das schon ziemlich cool.
00:17:19: Ja, stimmt.
00:17:19: Das geht mir auch so.
00:17:20: Da werden bei mir so richtig Glücksgefühle freigesetzt.
00:17:23: Genau,
00:17:23: das ist dann wie so eine Boah, hör dir das an.
00:17:26: Alter, es ist Musik.
00:17:29: Paula, das ist wie Arbeit im Handwerk.
00:17:32: Du nimmst dir was, weiß ich nicht.
00:17:35: Du hast da zehn Bohlen zu liegen und fünf Wochen später ... steht da eine Tür oder ein Schrank.
00:17:41: Es ist geil, alles hat schön einander ergriffen.
00:17:45: Harmonisch, schön, schönes Gefühl, finde ich gut.
00:17:48: Ja,
00:17:48: kann ich gut nachvollziehen, geht mir auch so beim Musikmachen.
00:17:52: Manchmal habe ich auch so, kennst du das Gefühl auch, dass es irgendwie eine höhere Macht gibt, die da irgendwie eingreift?
00:18:00: Also ich kann gar nicht sagen, was es ist, aber manchmal habe ich das Gefühl, so gerade bei... beim Finden von Melodien und wenn es so zum Zusammenspiel kommt, als wenn da irgendwas Höreres noch mit rein spielt.
00:18:14: Weißt du, was ich meine?
00:18:17: Ich ahne es, aber ich...
00:18:21: Kennst du das Gefühl?
00:18:24: Ja, so ein Gefühl, ja, aber ich bringe das, glaube ich, sehr selten mit was Hörerem in Verbindung.
00:18:31: Also ich glaube, das ist... Also was heißt ich?
00:18:33: Ich glaube, ich bin der Meinung, wenn es dazu kommt, dann ist es einfach... liegt es daran, dass das gerade harmonisiert.
00:18:43: Also sind wir das.
00:18:47: Es ist keine höhere Macht, sondern es sind wir, die in dem Moment perfekt aufeinander funktionieren und getuned sind.
00:18:55: Ah, okay, die wir vielleicht synchron gerade sind oder wie?
00:18:58: Synchron, ja, deswegen synchron.
00:19:02: Also
00:19:03: nicht das
00:19:04: schlechteste Wort.
00:19:06: Also das ist... Das Gefühl habe ich noch nicht analysiert.
00:19:09: Ich nehme es einfach hin, finde es toll, dass es so ist.
00:19:12: Aber ich habe jetzt tatsächlich noch gar nicht die Mühe gemacht, zu hinterfragen, was dazu führt, dass es so durch die Decke gehen kann.
00:19:23: Ja,
00:19:23: ja, ja.
00:19:24: Ja, spannend.
00:19:25: Das mit der Synkronicität ist auch auf alle Fälle noch mal ein Aspekt, den ich mir auch mal gedanklich durchspülen werde.
00:19:32: Ja, genau.
00:19:34: Du bist ja ein sehr freiheitsliebender Mensch und... Deine Frau ist ja auch Künstlerin.
00:19:41: Ja, vor allem.
00:19:42: Also deutlich mehr Künstlerin als ich Künstler bin.
00:19:46: Du bist ja ein Handwerkskünstler.
00:19:47: Genau.
00:19:48: Und deine Frau ist Kunstschaffende im Sinne von Plastiken und Malerei.
00:19:55: Wenn ich das so richtig zusammenfasse.
00:19:57: Ja,
00:19:58: ganz anders talentiert in der Richtung.
00:20:01: Und trotzdem braucht ihr ja beide für eure Kunst sozusagen Freiraum.
00:20:05: Wie schafft ihr das euch gegenseitig, diese Freiräume zu schaffen?
00:20:08: Und wie findet ihr auch wieder zueinander?
00:20:14: Ich glaube, was gut ist, ist so ein bisschen das zu trennen, was jeder so in seinem Künstlerrischen oder... Naja, also diesen Freiraum.
00:20:30: Erst mal braucht jeder für sich diesen Freiraum sozusagen.
00:20:34: Hier, das ist jetzt mein Ding.
00:20:37: Ich mache eben Musik und das mache ich an einem Abend in der Woche länger und an den anderen Tagen der Woche immer so ein bisschen für mich.
00:20:47: Und meine Frau macht ihre ganz spezielle Arbeit mit der Kunst.
00:20:55: Und dann mischen wir uns gegenseitig gar nicht so doll ein und das ist schon ziemlich gut.
00:21:02: Wir partizipieren natürlich voneinander.
00:21:05: Ich genieße das mit so einer Künstlerin zusammenzuleben.
00:21:12: Weil das natürlich auch auf vieles im Alltag so abstrahlt.
00:21:19: Die Art, wie wir leben, wie wir uns einrichten, wie es um unser Haus aussieht, wie es im Haus aussieht, das ist alles wunderschön.
00:21:29: Und ist zum Großteil schon von ihr inspiriert.
00:21:35: Mhm.
00:21:36: Genau.
00:21:37: Also siehst du die gestaltende Kraft von dessen, was man von außen sieht?
00:21:41: Na, so will ich es nicht sagen.
00:21:45: Also, ich habe viel von ihr gelernt, glaube ich.
00:21:51: Also, damit natürlich schon gestaltene Kraft und letztendlich auch mich gestaltend in irgendeiner Art und Weise.
00:21:58: Also, ich war bestimmt auch schon mal einfacher gestrickt in meiner künstlerischen Art.
00:22:05: Ja.
00:22:06: Jetzt hängt man so ein bisschen auf diesem Wort Künstler und Kunstfest.
00:22:10: Ja.
00:22:12: Na ja, also deine Frage war ja die, wie schaffen wir das da miteinander umzugehen und den Freiraum zu haben.
00:22:17: Also ja, wir haben jeder Freiraum auch klar definiert.
00:22:21: Das ist Mainz, das ist Steins.
00:22:24: Und gemeinsam profitieren wir davon, weil wir dadurch eben so sind wie wir sind, glaube ich.
00:22:31: Es ist
00:22:32: sehr schön mit den Menschen zusammen zu leben, deren guten Geschmack hat.
00:22:35: Find ich toll.
00:22:37: Ja, kann ich mir vorstellen.
00:22:38: Find ich großartig.
00:22:39: Na ja, und dann kommst du halt am Wochenende dann, so wie zum Beispiel jetzt vergangen ist, dann auch mal in den Genuss, mal eine Ausstellung zu besuchen und solche Dinge.
00:22:48: Würdest du sowas sonst auch alleine machen?
00:22:52: Wahrscheinlich deutlich seltener und nicht mit dieser Leidenschaft.
00:22:57: Also reißt sie mich schon so ein bisschen mit.
00:23:00: Was ja auch schön ist.
00:23:01: Ja.
00:23:02: Das ist echt toll.
00:23:03: Ich kann das genießen und kann aber auch für mich sagen, reicht mir genug.
00:23:10: Das sind aber auch schwierige Fragen.
00:23:11: Entschuldige bitte.
00:23:13: So denke ich ja nie über mein Leben.
00:23:17: Aber pass mal auf auf die nächste Frage.
00:23:19: Was sagst du dazu wohl?
00:23:21: Wir haben ja neulich im Auto darüber gesprochen, dass es in unserem Umfeld einige Menschen gibt, die mit Depressionen zu tun haben.
00:23:29: Also ich persönlich glaube, dass wir Menschen in unserer Essenz Also im Kern.
00:23:36: Heil und vollkommen sind.
00:23:37: Und dass Krankheiten eher unseren Körper oder unsere Seele betreffen.
00:23:42: Also nicht unser wahres Sein.
00:23:44: Mir hilft dieser Gedanke, weil er mir Hoffnung gibt.
00:23:47: Wie siehst du das?
00:23:48: Was glaubst du, wie kann man einem Menschen mit so einer Erkrankung am besten beistehen?
00:23:54: Weiß ich nicht.
00:23:55: Hab ich keine Ahnung.
00:23:56: Das ist ein Thema, was mich beschäftigt.
00:24:01: Aber wo ich wirklich merke, ich komm da an meine Grenzen.
00:24:04: Ja.
00:24:06: kann nur wirklich jemand empfehlen, da nehme ich mich nicht aus.
00:24:11: Wenn man in so einer Situation sich nicht mehr selber helfen kann oder sein inneres Starkes nicht mehr findet, dann muss man sich Hilfe holen von Leuten, die helfen können.
00:24:24: Psychologen,
00:24:25: Psychotherapeuten, etc.
00:24:29: Es kommt natürlich immer ein bisschen darauf an, wer ist diese Person?
00:24:36: Wie nah steht sie?
00:24:39: Wie viel hat man miteinander zu tun?
00:24:41: Da würde ich dann doch auch schon mal Unterschiede machen.
00:24:48: Keine Ahnung, wenn es jetzt Menschen sind, mit denen ich vielleicht bei meiner Arbeit gemeinsam erledigen muss und so.
00:24:55: Und darüber hinaus ist die Bande nicht so fest, dann würde ich immer die Empfehlung geben.
00:25:01: Wohl dir Hilfe.
00:25:03: Ich kann ja nicht helfen.
00:25:04: Also ich kann nichts machen, dass es ... besser wird.
00:25:11: Ja, schwierig ist wirklich ein schweres Thema.
00:25:15: Ja, total.
00:25:16: Okay, dann schenken wir noch mal um
00:25:19: zu
00:25:20: einem Rückblick auf den Klassentreffen, das du vor einigen Wochen hattest.
00:25:27: War das dein dreißigjähriges?
00:25:30: Naaah,
00:25:31: vierzig.
00:25:34: Ja,
00:25:34: okay, ich war das mit zwanzig.
00:25:36: Egal.
00:25:38: Was hast du dort über dich selbst herausgefunden?
00:25:41: oder was hat dich am meisten überrascht?
00:25:46: Eigentlich wurde ich tatsächlich gar nicht so doll überrascht, sondern eher an meinen Erwartungen so ein bisschen bestätigt.
00:25:52: Okay, was waren deine Erwartungen?
00:25:55: Naja, irgendwie das zumindest von denen, die kamen, jeder so seinen Weg geht, ziemlich straight.
00:26:05: Wir sind übrigens angekommen?
00:26:07: Ja, wir sind angekommen.
00:26:08: Warte mal, hier schon, ne?
00:26:12: Ich bin nicht schon zu weit.
00:26:14: Ja, das ist richtig, genau.
00:26:15: Das ist die Aufwahl.
00:26:16: Du meinst jetzt nicht immer Stimtersätze, das ist ja noch die Beidung.
00:26:31: Ich bin dabei am Pfeiler, ja?
00:26:33: Ja.
00:26:35: Wunderbar.
00:26:35: Ein
00:26:38: bisschen schungel.
00:26:42: Also, was hattest du erwartet?
00:26:44: Du meinst, das Klassen-Treffen hat deine Erwartung bestätigt.
00:26:48: Es war schön.
00:26:50: Vielleicht fange ich von hinten an.
00:26:52: Ich habe Leute wieder getroffen, die extrem lange, wirklich zum größten Teil alle, die da waren, lange nicht gesehen haben.
00:27:02: Tatsächlich hätte ich bis auf ein oder zwei Leute niemanden erkannt, wenn man sich zufällig auf der Straße begegnet wäre und ich irgendein Hinweis bekommen hätte, da begegnet ihr gleich jener mit dem, was zusammen in der Schule, also bequeren den Leuten vorbei.
00:27:19: Ob es denen genauso gang wäre, habe ich ja nicht gefragt.
00:27:24: Ansonsten
00:27:26: hast du doch auch festgestellt, dass du... dass du echt jung geblieben bist, oder?
00:27:31: Ja, genau.
00:27:32: Ich wollte das jetzt nicht so... Du wolltest es jetzt
00:27:34: nicht selbst nur pudeln?
00:27:36: Ja, witzigerweise wurde ich gefragt, als ich da drin kam, mit einem tischem Setz habe.
00:27:40: Ich habe gesagt, ja, naja, sie sehen ja aus wie früher.
00:27:45: Und die hatten alle graue Haare.
00:27:49: Ja, keine Haare mehr, aber Glück gehabt.
00:27:52: Wie auch immer.
00:27:53: Vielleicht ist es auch die Art zu leben, die ihnen ein bisschen jünger hält und... Meine Hürte von mir, so war dann die Frage, sag mal, habe gehört über zehn Ecken, du lebst so alternativ.
00:28:08: Ach, echt?
00:28:09: Wurde du gefragt?
00:28:10: Ich fragte dann, ja.
00:28:13: Und was willst du jetzt wissen?
00:28:14: Wie lebst du denn so alternativ in deiner Wiese?
00:28:16: Was verstehst du denn unter alternativ?
00:28:18: Ich nehm ja es normal.
00:28:19: Ich hab ein Haus, das hat Dürre im Fenster, eine Waschmaschine, ein Trockner, schließend warm und kalt Wasser.
00:28:31: Ich wusste es nicht.
00:28:33: Wurde das dann spezifiziert?
00:28:35: Nee, das
00:28:36: kam nicht.
00:28:38: Weil der, der mich das fragte, wahrscheinlich selber verblüfft war.
00:28:42: Vielleicht hat er ihn erwartet, der jetzt hier in einem Jute-Sack gekleidet ankommt
00:28:48: und
00:28:49: der das Auto voller reifer Äpfel hat.
00:28:51: Ich wies es nicht.
00:28:55: Derjenige war sich nicht klar, was er selber mit Alternativen
00:28:57: eingeladen hat.
00:28:59: Genau.
00:28:59: Und da muss ich feststellen, dass die Art, wie ich heute lebe, und ich lebe ja hier nicht alleine, sondern in einem sozialen Kontext mit vielen Leuten, die so leben, die in Hause am großes Grundstück die tolle Sachen machen, entweder meine Musik oder sie schrauben an Warpads oder sie sind ganz tolle Menschen und wohnen in Tiny Häusern.
00:29:22: Alle sind hier irgendwie da, wo ich lebe.
00:29:26: Alternativ.
00:29:27: Und scheinbar gibt es eben auch gesellschaftliche Kreise, wo das schon alternativ ist, wenn man irgendwie, keine Ahnung.
00:29:36: Selbstständig ist vielleicht?
00:29:38: Selbstständig ist, weil man einen großen Kunststück hat.
00:29:42: Und gerne nur jeden Morgen sein Porridge ist.
00:29:45: Ja, und vielleicht nur Wege in den Rasenmäht, statt den ganzen Rasen abzumähen.
00:29:52: Kann ich gar nicht so sagen, vermutlich ist es so, weil ich tatsächlich in einem Umfeld lebe, wo fast alle Menschen so leben, wie ich lieber.
00:30:00: Und da fällt mir das selber ja nicht mehr so auf.
00:30:03: Ja, und ich glaube, du denkst auch gar nicht in so Schubladen, oder?
00:30:05: Nee, denke ich nicht.
00:30:06: Und mag es auch gar nicht reingepackt werden.
00:30:08: Also, ich
00:30:09: fühle mich einfach in bestimmten Kreisen wohler als in anderen Kreisen.
00:30:14: und was für sich, wenn die Leute da so ihren... beruflichen Erfolg feiern und irgendwie viel Geld verdienen, um zum Neubau dazustehen, damit das Bionad-Quarantmeter-Wiese drum herum gibt mir nicht genug Langweine.
00:30:31: Ja, okay.
00:30:33: Das ist jetzt nicht
00:30:34: so, vielleicht
00:30:36: ist
00:30:36: das ein Unterschied.
00:30:38: Ja, okay.
00:30:40: Das dann vielleicht ist doch immer noch eine Nischen da sein am Rande der Gesellschaft, obwohl die so nicht waren.
00:30:47: Überhaupt nicht.
00:30:49: Ist auch so nicht, ist jedenfalls nicht hier, vielleicht, da wo die anderen herkommen.
00:30:56: Ja, das ist ja die Frage letztendlich, zählt ja nicht, wie groß dein Haus, wie groß dein Auto ist, sondern wie glücklich du bist,
00:31:04: was dich zufrieden
00:31:05: macht.
00:31:06: Ja,
00:31:06: genau, ja, also wie gesagt, vielleicht beschließt sich der Kreis wieder bei diesem Thema Kunst.
00:31:13: Vielleicht sind manche Menschen doch eher künstlerisch.
00:31:20: belegt, in dem was sie tun und wie sie es tun und manche nicht.
00:31:27: Und da entsteht dann wahrscheinlich immer dieses Gefühl, dieser Mensch wäre bei der Alternativ-Leben, weil er eben bei bestimmten Dingen genau hinguckt.
00:31:39: Oder vielleicht auch freier
00:31:40: ist.
00:31:41: Ja, freier ist andere Ansprüche.
00:31:43: Und das hat du nicht mal gesagt, nee, so will ich nicht leben, gefällt mir nicht, das macht mich.
00:31:49: überhaupt nicht froh.
00:31:51: Also das heißt ja nicht, dass ich der glückseligste Mensch auf der Welt bin.
00:31:55: Nur weil ich so lebe, wie ich lebe, sondern Probleme zu verurten in der Ende und Schwierigkeiten und Wahnsinn.
00:32:03: Aber der Umgang und ich lebe einfach einen anderen Perkup.
00:32:09: Ja, und mit einem anderen Fokus auch, weil du könntest dich ja auch darauf konzentrieren und ständig mit mir reden, aber das machen wir ja gar nicht.
00:32:16: Weißt du
00:32:16: wie?
00:32:16: Ständig mit mir reden?
00:32:17: Na,
00:32:17: über Probleme reden.
00:32:19: Sondern wir unterhalten uns ja auch oft über Dinge, die uns Freude machen.
00:32:23: Ja, klar, ich meine es...
00:32:26: Ja.
00:32:27: Es kommt ja auch ein bisschen drauf an, ob du deinen Fokus richtest.
00:32:30: So, Olaf.
00:32:32: Das war jetzt der erste Teil unseres Podcasts, der offene Teil, der Gesprächsteil.
00:32:38: Ja.
00:32:39: Jetzt kommen noch vier Euro kriegen.
00:32:42: Dann hast du es geschafft, das Gefühl, dich erlösen zu wollen.
00:32:50: Ja, gut, es ist ja auch schon spät.
00:32:52: Ja, genau.
00:32:53: Und du, als mein Gast, darfst du heute sozusagen mit Leben füllen.
00:33:04: Gibt es einen Song oder auch eine Melodie oder einen Klang, der dich besonders in deinem Leben getragen oder begleitet hat?
00:33:15: Ja, es gibt so eine frühjugendliche, spätkindliche, musikalische Beihung.
00:33:21: Also, ich war Metal-Fan.
00:33:23: und Udo Lindenberg-Fan.
00:33:27: Und habe sehr gerne so was wie Kate Bush noch so nebenbei gehört.
00:33:32: Mochte es nicht so doll wie den Achtziger-Jahre-Metal, aber fand es irgendwie faszinierend, dass es da noch so eine Musik gibt, die irgendwie auf eine ganz andere
00:33:43: Art
00:33:44: cool ist.
00:33:44: Aber das hat dann noch eine Weile gedauert, bis ich da näher rankam.
00:33:47: Und insofern habe ich wahrscheinlich von der Musik her mit der Achtzerjahre-Metall, beeinflusst oder irgendwas, was ich jetzt immer mal wieder so höre oder am Instrument, plötzlich überkommt es mich und es wird geachtelt am Bass.
00:34:08: Ja, und Texte, ja, Udo Lindberg, diese Texte seiner Shows, die waren schon irgendwie
00:34:17: prägend.
00:34:17: Hast du ein Lieblingssong von Udo Lindberg?
00:34:22: Nee, dafür mochte ich das.
00:34:23: alles viel zu leer,
00:34:25: um
00:34:25: da so einen Favoriten zu haben.
00:34:27: Da bedient ja auch die ganze Bandbreite von laut bis leiser, von still leben bis laut leben.
00:34:37: Für alles was dabei, für jede Situation.
00:34:39: Und meistens war es eben richtig gut.
00:34:41: Das hat sich dann später, sagen wir mal, mit ... ... zwanzig, einzwanzig war der Zug abgefahren.
00:34:55: Ich
00:34:57: schätze ihn total und hat mir wirklich unheimlich viel bedeutet.
00:35:08: Aber dann haben sich unsere Wege getrennt.
00:35:12: Okay, ja, aber ist doch cool.
00:35:14: So ein Idol heißt das sich jetzt vor allem darüber über den Podcast.
00:35:17: dass ihr über dich erfahren darf, finde ich auch echt spannend.
00:35:22: Aber um das noch mal dazu zu sagen, ich bin ja doch schon vielleicht nicht unbedingt eine ganz andere Generation als du, aber doch deutlich älter.
00:35:32: Und auch wenn ich mit meinen Kindern darüber rede, wie das früher war, war schon bei uns, ihr habt die Metaller, die Blueser und die Popper.
00:35:44: Und man hörte zu einer dieser Musikkultur.
00:35:49: Erlebe ich heute sogar nicht mehr an.
00:35:51: Die Musik ist grenzüberschreitender geworden.
00:35:54: Pop kann auch Metal sein, Metal kann Pop sein.
00:35:57: Es ist, was weiß ich,
00:35:59: die
00:36:00: Grenzen sind verschwommen.
00:36:01: Ja.
00:36:02: Seitdem die Beastie Boys mit Fightful Ride oder Sabotage als Poppertypen so einen Brett hinlegen, ist alles egal.
00:36:14: Und das ist cool.
00:36:16: Aber ich bin noch da deutlich anders gepriegt.
00:36:18: Mette war, wenn wir versuchen, die Haare langwachsen zu lassen, eine engrose, schwarze Ferteschuhe.
00:36:25: Bei mir gab es das aber auch noch.
00:36:27: Also, da gab es zwar nicht diese drei Kategorien, aber da gab es schon die Kategorie, bist du Kelly-Fan oder bist du Backstreet Boys und NSYNC-Fan?
00:36:37: Ja, ja, aber die machen ja alle dasselbe.
00:36:39: Nicht wirklich.
00:36:41: Nicht wirklich.
00:36:44: Die Zeit habe ich übersprungen, quasi.
00:36:47: Kenne ich mich, aber... Ja,
00:36:48: also ich kenne das auch noch.
00:36:49: Das ist das Gefühl, zu welcher Gruppe gehörst du?
00:36:52: und nehmen das jetzt auch so wahr, dass die aktuelle Musiklandschaft schon viel bereit gefächert ist.
00:36:57: Ich meine, es gibt immer noch Spaten wie K-Pop.
00:37:00: Früher hat man die doch ja erkannt.
00:37:02: Ja gut, und Country.
00:37:03: Aber selbst Country hat sich heute schon so mit anderen Spaten vermischt.
00:37:08: Ja, das stimmt.
00:37:09: Aber es ist ja auch eine schöne Sache grundsätzlich.
00:37:11: Also heute sieht man es den Leuten glaube ich nicht mehr
00:37:13: an.
00:37:23: So snack.
00:37:25: Hast du einen Buchtipp oder einen Zitat oder einen Puls, der gerade deine Seele merkt oder dich inspiriert oder inspiriert hat?
00:37:37: Ja, so ganz spontan, als ich jetzt diese Frage zur Hälfte gehört habe, dachte ich, ja, wenn man mal ein Buch leben will und dabei so richtig brüllen will vor Lache, empfehle ich.
00:37:52: Catch-Twenty-Two, ich weiß gar nicht mehr.
00:37:55: Heller, irgendwas mit Heller.
00:37:57: Finde ich heraus.
00:37:58: Catch-Twenty-Two wurde im Osten übersetzt, verkauft unter der IKS Haken.
00:38:03: Vielleicht ist es ein Männerbuch, weiß ich nicht.
00:38:06: Würde ich jetzt mal so behaupten, geht um Wehrdienst, Wehrpflicht im Zwitten Weltkrieg, ein Buch mit der ernsten Message, aber so lustig geschrieben.
00:38:21: Okay.
00:38:22: Klickt interessant.
00:38:23: Okay, cool.
00:38:24: Catch-twenty-two.
00:38:26: Ja, lachen ist immer gut.
00:38:27: Das ist die beste Medizin.
00:38:28: Ich hab so viele Bücher gelesen.
00:38:31: Manchmal drei gleichzeitig.
00:38:35: Und was ist da sicherlich Hängeblieben?
00:38:38: Aber jetzt genau so zu sagen, damals war dieses Buch, ich wies noch was, was wirklich toll war.
00:38:45: So in DDR-Zeiten hab ich auch so Bücher gelesen und auch dicke Schinken und dann ... fand ich schon die drei Musketiere Jans verwegen, so als poppiges Buch irgendwie mit Degen und Actionmäßig.
00:39:01: Aber nach der Wende, als ich dann das allererste Buch, was ich mir nach der Wende gekauft habe, war es ein buntbedrucktes Friedhof der Kuscheltiere.
00:39:09: Oh Gott,
00:39:10: ich habe es auch gelesen.
00:39:11: Das war mein allererstes Buch und ich war fassungslos.
00:39:14: Ich dachte, was so was gibt es auch,
00:39:16: so was
00:39:17: schreiben Leute oft und es ja waren.
00:39:20: Mit der Wende kamen viele Aha-Effekte.
00:39:23: Wahnsinnig gut oder wahnsinnig schlecht?
00:39:25: Wahnsinnig
00:39:26: gut.
00:39:26: Ich habe das Buch gewesen.
00:39:27: Ich bin mit dem Zug von Berlin nach Meersburg gefahren.
00:39:30: Ich habe das Buch rausgeriesen.
00:39:31: Okay.
00:39:32: Ja krass.
00:39:33: Das
00:39:33: ging ja ja nicht so.
00:39:35: Boah.
00:39:36: Ich wusste nur immer, es gibt im Westen Horrorbücher.
00:39:40: Das steht bei uns auf dem Index Schund und Schmutz und Saratur.
00:39:45: Und dann dachte ich, das soll jetzt eines von diesen Horrorbüchern sein.
00:39:48: Das ist doch geniale Literatur.
00:39:50: Das hat mich jetzt zweieinhalb Stunden nicht außer Atem kommen lassen.
00:39:54: Mega.
00:39:54: Auch
00:39:58: dein Tune-Up-Tipp-Wissen hast du einen ganz konkreten Tipp.
00:40:03: Eine Methode, Handlungsanweisung, wie auch immer, wie man sein Leben jetzt sofort ein kleines bisschen mehr tunen kann.
00:40:12: Jan Salopp würde sagen, es ist früh Hafer mit warmem Wasser.
00:40:17: Das ist schon mein guter Platz für den Tag.
00:40:19: Na ja, du hast ja dein morgendliches Ritual mit deinem Haferbrei, ne?
00:40:24: Genau.
00:40:24: Also, was wirklich Spaß macht, filzen, nass filzen.
00:40:29: Großartige Sachen.
00:40:31: Absolut.
00:40:31: Also, fällt mir jetzt gerade so ein, weil mir das selber so hinkriegen.
00:40:35: So, das erste Mal filzen, ein bisschen gucken, bohren, das ist ja so nass und boah.
00:40:42: Aber dann... Oh, das
00:40:43: ist so sinnlich, oder?
00:40:44: Ich habe immer Feuer gefangen und dann machst du da so ein Bällchen und steckst noch eine Glocke und versteckst eine kleine Klingel drinnen.
00:40:51: Es ist unheimlich befriedigend.
00:40:54: Ja, einfach machen.
00:40:55: Mit den Händen ist immer gut.
00:40:57: Ja, was?
00:40:59: Lieber Olaf.
00:41:00: Oh, kann ich schwarzen.
00:41:01: Das bin ich von mir selber schon.
00:41:03: Ich fahre mich die ganze Woche nicht.
00:41:05: Das ist ja auch erst Dienstag.
00:41:07: Und ich freute, dass du es dir... Die ganze
00:41:09: letzte Woche.
00:41:12: Ich könnte das so zerrausnacken, wie schön.
00:41:15: Das ist der Woche Schweig.
00:41:18: Pulver verschocken.
00:41:22: Das offene und schöne Gespräch während unserer Autofahrt.
00:41:26: Ich hoffe, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, ihr konntet für euch ein paar Gedanken mitnehmen über Musik, Selbstständigkeit, das Leben im Hier und Jetzt und darüber, wie wir füreinander da sein können.
00:41:38: Wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gern oder schreibt mir eure Gedanken dazu.
00:41:43: oder bis zur nächsten Fahrt und bis zur nächsten
00:41:48: Fahrt.
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