#21 Songs hören, Leben lesen – Christine´s Tune Up
Shownotes
🎙️ Gästin dieser Folge: Christine Heise
In dieser Folge treffe ich auf die Musikjournalistin Christine Heise. Gemeinsam sprechen wir über unterschiedliche Perspektiven auf Musik, künstlerische Haltung und die Frage, was Songs wirklich berührend macht.
🎧 Christine Heise & ihre Arbeit
- Happy2Sad (ByteFM) – Radiosendung zwischen Pop, Country, Soul & Americana
- Christine Heise auf Facebook
- HappySad auf Facebook
🎶 Im Gespräch erwähnte Künstler:innen & Bands
- Barry Ryan (Pop / 60er Jahre)
- Rita Pavone (italienischer Pop) & Paul Anka (Pop / Songwriter)
- Muddy Waters (Blues-Legende; erdend)
- Fleetwood Mac (Rock / Pop-Rock)
- The Rolling Stones („Stones“) (Rock)
- The Beatles – „White Album“ (Rock / experimentell; u.a. „Blackbird“, „Helter Skelter“)
- Tommy James & The Shondells – „Hanky Panky“ (1966) (Garage Rock / Pop)
- Harry Belafonte (Folk / Calypso)
- Françoise Hardy (französischer Chanson / Pop)
- Bee Gees (Pop / Disco)
- Joan Baez (Folk / politische Singer-Songwriterin)
- Patti Smith (Rock / Punk-Poetry)
- Arthur Alexander (Soul / Country-Soul)
- Guy Clark (Country / Songwriter)
- Steve Earle (Country / Americana)
- Mary Gauthier (Country / Songwriting, Workshops)
- Texas Lightning (Country / Pop-Crossover)
👉 Live-Aufnahme von Arthur Alexander:
Zum Video
🎶 Modicum of Hope – ein Blick zurück
Aus meiner Zeit im Studium stammt der Song „Modicum of Hope“ – eine Phase zwischen Emotion, Reflexion und dem bewussten Suchen nach einem „Fünkchen Hoffnung“ im Songwriting. Zu den anderen zwei Songausschnitten gibt es keine Veröffentlichungen.
🎧
Zum Song „Modicum of Hope“
💿 Das komplette Album „Accord of Colours“ kannst du hier hören:
Zum Album
📺 Erwähnte Sendung
„Willkommen Österreich“ mit Stermann & Grissemann
Zu Gast: Helene Fischer & Christiane Rösinger
🎧 Tune of the Week
- "Mama’s Boy" – Cody Webb (moderner Country / Singer-Songwriter)
- Lucinda Williams – „Am I Too Blue?“ (Album: „Love Trade“, 1988) (Americana / Roots Rock)
🎤 Speak Clean & Power Up
Es geht um die kohärente Aussprache von Songtiteln: Entscheide dich bewusst für eine Sprache – entweder Deutsch oder Englisch – und bleib klar in deinem Ausdruck.
🍫 Soul Snack
- „The Joy of Ageing“ – Christiane Rösinger (Essay / Gesellschaft & Älterwerden)
✨ Tune Up Impuls
Schreib dich frei: Tagebuchschreiben als Zugang zu deinen Gedanken und Gefühlen – ohne Anspruch auf Perfektion.
💌 Feedback, Fragen oder Wünsche?
Ich freue mich, von dir zu hören:
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🎧 Tune Up Circle – dein Raum für Vertiefung
Manche Impulse brauchen etwas mehr Zeit, um wirklich nachzuwirken. Genau dafür gibt es den Tune Up Circle.
Hier findest du vertiefende Audio-Impulse mit persönlichem Bezug, inspirierende Video-Momente und eine geschlossene WhatsApp-Community, in der Austausch und Verbindung entstehen dürfen – jenseits des Podcast-Alltags.
Wenn du die Themen dieser Folge nicht nur hören, sondern noch tiefer integrieren möchtest, bist du hier willkommen:
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Transkript anzeigen
00:00:02: Wann hast du zuletzt einen Song gehört, der in dir etwas ausgelöst hat?
00:00:07: Vielleicht ein Gefühl das du nicht sofort benennen konntest.
00:00:11: Vielleicht eine Erinnerung oder einfach ein Moment in dem Musik plötzlich mehr war als nur Klang im Hintergrund.
00:00:21: Musik begleitet uns durch unser Leben – Durch Höhen, durch Brüche, durch leise und laute Zeiten.
00:00:30: nehmen wir oft gar nicht bewusst wahr, was sie eigentlich in uns bewegt.
00:00:35: Genau darum geht es heute in dieser Folge um Musik die berührt erinnert und manchmal etwas in uns sichtbar macht das vorher verborgen war.
00:00:46: Zu Gast ist heute eine Frau, die Musik nicht nur jahrzehntelang als Musikkritikerin begleitet hat sondern sie auch selbst in einem ganz eigenen Format zum Klingen gebracht hat.
00:00:57: Von zehntausend siebzehn bis zweitausendfünfundzwanzig hat sie die Radiosendung Happy Sad bei Radio Eins moderiert.
00:01:04: Ein Format, in dem Songs nicht nur gespielt sondern ihre Geschichten Stimmungen und Bedeutungen hörbar gemacht wurden.
00:01:13: Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Christine.
00:01:16: Heise Hallo und herzlich willkommen zu Tune Up Your Life, deinem Podcast für ein Leben das sich stimmig anfühlt.
00:01:43: Ich bin Victoria Müller singende Podcasterin, Coaching und Lektorin.
00:01:49: Jeden zweiten Dienstag ist TuneUp Tuesday!
00:01:52: Hier findest du wertvolle Impulse die dich stärken, nähren und dir mehr Klarheit und Leichtigkeit für den Alltag schenken Denn alles was Du brauchst trägst
00:02:03: Du bereits
00:02:04: in Dir Bevor diese Folge beginnt, möchte ich kurz etwas einordnen.
00:02:10: In diesem Gespräch treffen zwei unterschiedliche Perspektiven auf Musik aufeinander – zwei sehr verschiedene Arten, Musik zu hören, zu bewerten und künstlerisch einzuordnen.
00:02:22: Diese Unterschiede sind Teil der Begegnung und bewusst hörbar geblieben.
00:02:28: Es geht nicht darum, eine dieser Perspektiven als richtig oder falsch zu bewerten sondern darum sie nebeneinander stehen zu lassen und als Ausdruck unterschiedlicher Erfahrungen und Zugänge zur Musik
00:02:40: zu verstehen.
00:02:42: Ich habe mich in dieser Folge in meiner musikalischen Entwicklung sehr offen und persönlich gezeigt.
00:02:48: Die Einschätzungen meiner Gestern sind Teil dieses Gesprächs und spiegeln ihre individuelle Perspektive auf Musik wieder nicht als allgemeine Bewertung meiner Arbeit.
00:03:00: Mir ging es in dieser Folge nicht um Zustimmung meiner Musik, sondern darum Entwicklung und künstlerische Wege hörbar und reflektierbar zu machen!
00:03:11: Ich lade dich ein genau diese Vielfalt mitzuhören.
00:03:14: – und jetzt viel Spaß mit dieser Folge!
00:03:20: Herzlich willkommen zu einer neuen Gastfolge von Cune Up Your Life.
00:03:24: Schön, dass du da bist, liebe Kristina.
00:03:26: Vielen Dank für die Einladung, Viktoria!
00:03:29: Sehr gerne, dass Du mir heute hier ins Schloss gefolgt bist mit der Einladungen.
00:03:33: Wahrscheinlich heute der kühlste Ort in ganz Dehmalki?
00:03:36: Ja ich hatte eben auf dem Thermometer in meinem Auto, und es soll noch einen Vierzig werden.
00:03:43: Und ich habe ja schon ein langes Leben hinter mir aber das hatte ich noch nicht.
00:03:48: Das ist krass, ne?
00:03:49: Ja wirklich krass.
00:03:50: Deswegen haben wir's schön kühl Und ich möchte gerne starten.
00:03:54: Ich bin bei der Vorbereitung auf ein Zitat von dir gestoßen, das in deinem Kontext irgendwie sehr puhontiert wirkt und ich würde das gern mit dir direkt mal einordnen.
00:04:07: Und zwar auf dein Wikipedia-Eintrag steht Sind die Sounds auch noch so sexy?
00:04:14: Am Ende zählt der Song.
00:04:16: Du kennst das Zitat, oder?
00:04:18: Magst du uns mal mitnehmen was du damit meinst.
00:04:20: also was steckt hinter diesem Gedanken wenn wir über Musik sprechen jenseits von Soundproduktion und Oberfläche?
00:04:27: Das ist natürlich eine große Frage.
00:04:29: aber im Prinzip würde ich schon sagen es gibt ja so Musik die hat einfach coole Riffs und coole Sounds
00:04:39: und
00:04:40: vielleicht sogar auch coole Hooklines.
00:04:44: Und am Ende bist du doch so ein bisschen reingefallen auf den sexy Sound und stellst fest, eigentlich hat dieser Song keine Substanz.
00:04:56: Also das ist glaube ich so'n bisschen der Hintergrund von diesem Zitat.
00:05:00: Ich weiß gar nicht mehr in welchem Zusammenhang ich das mal gesagt habe aber Das is natürlich eine Arbeit die man als Musikjournalistin ständig verfolgt.
00:05:10: also Du musst ja ständig unterscheiden, ob ein Song der einfach nur Marmelade um die Ohren schmiert oder ob er wirklich
00:05:20: einen
00:05:21: Deeper-Meaning hat.
00:05:22: Ob der lange hält und für die Ewigkeit
00:05:27: ist.
00:05:28: Der Spuren in dir hinterlässt vielleicht
00:05:30: auch?
00:05:30: Genau!
00:05:31: Also das ist halt quasi der tägliche Job.
00:05:35: Ja,
00:05:37: ich habe da auch gerade ein ganz lustiges Beispiel.
00:05:40: Ich sage mal nicht seinen Namen... Es ist Musiker.
00:05:43: der hat gerade vor zwei Tagen einen neuen Song veröffentlicht und er ist schwer übergewichtig und
00:05:53: sein
00:05:54: Song heißt Mamas Boy Und darin singt er im Grunde davon dass er Mamas
00:06:00: boy ist eigentlich
00:06:04: vereinnahmt hat.
00:06:05: Es ist fast ein bisschen dramatisch, dass er diesen Song geschrieben hat.
00:06:10: ich denke er meint ihn sehr liebevoll, er liebt seine Mama ohne Ende.
00:06:14: das kommt total raus.
00:06:17: aber es ist auch ein bisschen traumatisch weil es so offensichtlich dass er in dieser Beziehung festgehalten ist.
00:06:25: Und da hab ich auch gedacht, Mensch Junge.
00:06:27: Dass dann noch so ein Loslösungsprozess stattfinden darf?
00:06:30: Ja!
00:06:31: Vielleicht wird es passieren vielleicht... Guck mal du hast vorhin in deiner Einladung oder Einleitung hast du diesen Satz gehabt alles was du brauchst hast du schon.
00:06:42: Das finde ich sehr schön und das ist eigentlich bei diesem jungen Mann auch so bisschen der Fokus dass irgendwie denkensmensch Du machst hier gerade ein Song über dein eigenes Leben, im guten wie im schlechten Sinne.
00:07:01: Das fand ich schon.
00:07:04: Fand ich cool!
00:07:05: Ist ein toller Song übrigens.
00:07:06: Ja
00:07:06: und weißt du was sich daran dann so spannend finde?
00:07:08: Diese Ebene
00:07:09: macht
00:07:10: einen Song und denkt es ist eine Oder an seine Mama diese Anlieferbindung von euch, von den beiden Und du erkennst im Prinzip dahinter die Deutung, die Interpretation die Ebene, die er vielleicht jetzt noch nicht sieht.
00:07:24: Vielleicht kommt ja auch über die Reviews dahin.
00:07:28: Genau!
00:07:28: Das ist eben genau der Punkt.
00:07:29: wenn du das ausdrückst was dich wirklich bewegt dann hast du ja die Chance dich zu transformieren weiterzuentwickeln.
00:07:37: Absolut
00:07:37: total wertvoll.
00:07:38: ich danke dir und ich würde dir wenn du magst direkt einmal kurz den Rahmen dieser Folge öffnen denn ich möchte dich heute über das kennenlernen was du hörst fühlst und vor deinem geistigen Auge siehst Weil wir beide, wir kennen uns noch gar nicht und das finde ich ganz spannend.
00:07:56: Ich habe häufig Podcast-Gäste hier zu Gast die ich schon kenne und ich finde es aber auch spannend dich heute mal nichts zu kennen und dich kennenzulernen über diese Podcastfolge.
00:08:07: Und ich habe mir überlegt dass ich dich heute durch verschiedene Phasen meines musikalischen Weges mitnehmen werde Und darüber Songs aus unterschiedlichen Zeiten meines Lebens als Grundlage quasi dafür, dass du zeigen kannst was dein Job ist sozusagen.
00:08:25: In jedem dieser Abschnitte gibt es für mich zwei Blickrichtungen.
00:08:28: zum einen gehören wir gemeinsam in die Musik rein und ich bin echt sehr gespannt auf deine Perspektive als Musikkritikerin Und gleichzeitig interessiert mich, wo du in dieser Zeit deines Lebens standest.
00:08:41: Wie du da Musik wahrgenommen hast und was dich damals geprägt hat?
00:08:45: Und so entsteht vielleicht ein Gespräch,
00:08:47: indem
00:08:48: du gleichzeitig kommentierst, einordnest und auch selbst erinnerst.
00:08:53: Wow!
00:08:54: Ich hoffe ich kann das überhaupt leisten ist eine gefährliche Sache weil Musik wenn jemand die falsche Musik spielt dann möchte man ja eigentlich auf dem Absatzkehrt machen und was anderes machen.
00:09:06: Total, ich bin ja auch ganz offen für Kritik und Entwicklung.
00:09:11: also von daher... Und auch auf der dritten Ebene öffnet sich das Ganze hier für die Höhrenden als Möglichkeit eigene Erinnerungen Gefühle und Bilder in der Musik wiederzufinden.
00:09:22: Also wir haben heute mehrere Ebenen und ich bin echt gespannt.
00:09:27: Vor allen Dingen wollte ich das so ein bisschen wie dein Radio-Programm Happy Sad Das ist immer Donners, das abends lief zwischen einundzwanzig und dreinzwanziger Uhr aufbauen.
00:09:37: Weil da spielte er ja auch zwischendrin Musik weißt du?
00:09:39: So diesen Effekt wollte ich heute
00:09:41: gerne erzeugen.
00:09:42: Okay also kurze Korrektur.
00:09:46: so hieß die Sendung Baradio eins.
00:09:48: inzwischen bin ich bei Byte FM.
00:09:50: Ja genau Und da heißt die Sendungen Happy to set und die läuft auch Donnerstag satt, zwanzig
00:09:55: Uhr.
00:09:56: Nur
00:09:56: mal so, kleiner Hinweis.
00:09:58: Kleiner Werbeblock!
00:10:00: Ist auch total wichtig.
00:10:03: Voll schön.
00:10:03: Da bist du jetzt seit diesem
00:10:04: Jahr
00:10:06: aufgesprungen und dachte wie cool das Format weitergeht?
00:10:10: Also, es ist nur eine Stunde und man macht's ja quasi für lauter.
00:10:14: Weil das ist ein ganz kleines unabhängiges Radio was alleine darauf basiert dass der Freundeskreis monatliche Beiträge zahlt also nicht öffentlich-rechtlich sowie bei dem rbb radio.
00:10:27: eins aber heißt nicht, dass da nur Deletante arbeiten.
00:10:34: Also sind tolle Leute die bei dem Sender arbeiten und ich bin ganz glücklich da mein Stündchen pro Woche machen zu können.
00:10:43: Das ist schön weil du machst das aus einer Leidenschaft heraus?
00:10:47: Ja es nimmt Interesse ja also immer ein großes Wortleidenschaft aber klar.
00:10:53: Cool finde ich gut!
00:10:55: Wenn Du magst steigen wir mal direkt in den ersten Block ein.
00:10:59: ist das der Anfang die Schulzeit, also die musikalische Prägung.
00:11:04: Wenn du magst fangen wir mit dem mal an und wie ich vorhin schon andeutete, fange ich mal bei mir an und dann gehen wir nachher zu dir über.
00:11:13: Genau vielleicht als kleinen Hintergrund... Also ich habe einen ganz musikalischen Papa.
00:11:20: Der ist Schlagzeuger gewesen in einer Band damals, Tage.
00:11:24: Ich bin also mit Musik aufgewachsen, mit einem Papa der immer gesungen und während der Autofahrt aufs Lenkrad getrommelt hat.
00:11:32: Und hab selber auch immer schon viel gesungen oder Klavier gespielt.
00:11:36: Und im Jahr zwei Tausendzwei hat sich meine Schulband im Rahmen eines zweitägigen Workshops zur Gewaltprävention gegründet.
00:11:44: Wir waren sage und schreibe acht Leute und haben angefangen gemeinsam Musik zu machen, ohne wirklich zu wissen wohin das führt.
00:11:53: Ein Jahr später haben wir mit unserem ersten Song den Lotto Förderpreis gewonnen und sind beim Preisträger-Konzert in Potsdam aufgetreten.
00:12:02: Im Rückblick war das für mich der eigentliche Beginn meiner Zeit in Bands Und wenn ich daran zurückdenke, war es eine unglaublich aufregende Zeit aber auch eine ziemlich herausfordernde Weil, kannst du dir vielleicht vorstellen, acht Meinungen?
00:12:18: Acht Vorstellungen wie ein Song klingen soll.
00:12:21: Das unter einen Hut zu bringen war nicht immer leicht und gerade beim Singen ging es oft darum wer welche Parts übernimmt.
00:12:30: Trotzdem war's das erste Mal dass ich wirklich gespürt habe was es heißt gemeinsam Musik zu machen mit all der Spannung die dazu gehört und ich musste wirklich tief in meine Dateien graben um diesen Song wieder hervorzuholen Weil den hatte ich tatsächlich gar nicht mehr einfach so auf dem
00:12:47: PC.
00:12:48: Und wenn du magst, hören wir gerne mal in meinen allerersten Song rein mit meiner damaligen Band Pale Moon und der Song heißt
00:12:55: auch Pale Moon.
00:14:20: Ich habe textlich sehr schwer was verstehen können.
00:14:23: Ja also das Schülerenglisch?
00:14:25: Ja ja ich war.
00:14:27: zwischendurch hab' ich gedacht ist es kann nicht... Nein, ich meine du hast ja eine sehr hübsche Stimme.
00:14:37: Das habe ich schon letztes Jahr gemerkt als ich mal einen Auftritt gesehen habe von dir bei unserem Hoffest.
00:14:43: also das fand ich sehr schön.
00:14:46: und dieser Song wie alt ist
00:14:48: der?
00:14:49: Der ist von zwei tausendzwei.
00:14:53: Also hat mir jetzt erst mal so gefallen, ist ein sehr freundlicher positiver Song schön instrumentiert.
00:14:59: Da habe ich ja erstmal überhaupt was soll ich dazu sagen?
00:15:02: Ist doch hübsch!
00:15:02: Ja, spannend.
00:15:04: Ich finde den in der Retro-Spektive auch ganz nett.
00:15:09: Was ich halt auch gemerkt habe und vielleicht hast du es auch gemert, den Song hab' ich nicht selbst geschrieben damals Und das merke ich außen.
00:15:17: Den hat meine Cousine geschrieben, die hat zu der Zeit Gedichte geschrieben und da haben wir uns mal zusammen getan und hab den Song genommen und den dann mit ihr vertont und es fand ich ganz cool.
00:15:29: Interessanterweise habe ich zu der zeit auch schon selber geschrieben aber mich nicht getraut diese Texte zu nehmen.
00:15:35: Ja so ist das halt!
00:15:36: Da muss man rein wachsen.
00:15:37: also ich meine woran hätte ich jetzt hören sollen?
00:15:39: dass du den nicht selber geschrieben hast.
00:15:41: Du musst jetzt dein Geheimnis.
00:15:43: Auch Quatsch, das bleibt jetzt erstmal dein Geheimnis.
00:15:45: also... Das ist ja jetzt nicht mehr, kann ich ja nicht nachvollziehen.
00:15:49: Nö, aber es fand ich halt selber so in der Retrospective ganz spannend weil ich halt auch merke, dass der Song nicht ganz meins ist.
00:15:57: Also ich höre das jetzt sozusagen.
00:16:00: Nein, soweit wäre ich jetzt nicht gekommen.
00:16:02: Ja okay!
00:16:04: Und bei uns in den zwei Tausend Jahren war das ja ziemlich klar sortiert, also entweder warst du eher der Diskotyp oder bist in so eine Bandwelt gegangen, oft mit deutlich rockigeren Sounds.
00:16:16: Also wir sind nachher auch noch deutlich rockig geworden.
00:16:20: Das war auch damals ein Stück weit Identität und ich habe das Gefühl dass das bei dir wahrscheinlich ganz anders angefangen hat, oder?
00:16:30: Also mein Musikinteresse fing quasi ziemlich genau oder mein nicht mehr Keller zu verschiebenen Musikinteresse fing eigentlich mit dem weißen Album der Beatles an.
00:16:47: Also bis dahin habe ich auch jede Menge Musik gehört, war großer Fan von Barry Ryan.
00:16:51: Ich hab meine erste Single war von Rita Pavone und Paul Anker also alles Mögliche durcheinander gehört.
00:17:02: aber auch Mady Waters habe ich sehr geliebt.
00:17:04: Ich habe die Stones, die frühen Stones gehört Fleetwood Mac und so was dass ich gemerkt habe, wie weit Musik gehen kann.
00:17:15: Das kam mit dem weißen Album der Beatles und wenn du dir das heute anhörst kannst du das wahnsinnig gut nachvollziehen.
00:17:23: Also so ein aufregendes Album ist es nach wie vor.
00:17:27: Ich meine, es sind Doppelalbums.
00:17:28: da ist alles Mögliche drauf von schönen Songs wie Back in the USSR oder Blackbird bis hin zu Hellter Skelter!
00:17:37: Es ist ein krasses Album Ja.
00:17:40: Live-changing für dich,
00:17:42: ja?
00:17:43: Ja!
00:17:44: Definitiv.
00:17:45: Sehr spannend weil deine Schulzeit war in den späten Siebzigern und Achtzigern.
00:17:49: Das waren die
00:17:51: Post-,
00:17:52: Flowerpowerzeiten, New Wave, Punk-, Frühe-, Pop-,
00:17:56: Rockkultur, die sich gerade im Wandel
00:17:58: befand.
00:17:59: Aber das hast du viel in einen Satz gepackt, weil das waren ganz wichtige Zeiten.
00:18:05: Ende der Sechziger habe ich nur so als ... Ich möchte auch dabei sein mitbekommen.
00:18:11: Da habe ich immer meine Geschwister beneidet, die irgendwie schon was machen durften, was ich noch nicht durfte...
00:18:17: Wie viele Geschwisters hast
00:18:18: du?
00:18:18: Ich hab vier Geschwester.
00:18:19: Stell dir vor zwei Brüder und zwei Schwestern.
00:18:22: Die sind zwar alle nicht so Musikaffin wie ich aber trotzdem waren sie ganz wichtig.
00:18:27: Mein Bruder zum Beispiel, mein ältester Bruder hatte schon eine kleine Singlesammlung Harry Bellafonte mit Come Mr.
00:18:39: Talimann gehört, fand ich großartig!
00:18:43: Oder Hankie Penkey ist auch so ein Sixties Hick Hit also ganz toll.
00:18:50: dann hat er Jazz gehört.
00:18:52: es hat mich alles sehr beeinflusst.
00:18:54: meine große Schwester war Fan von Francois Sardis.
00:18:58: Also es kamen von allen Seiten unterschiedliche Dinge.
00:19:01: Meine andere Schwester die hat nicht so viel Interesse daran Und mein jüngerer Bruder weiß ich jetzt gar nicht, was der für Musik mag.
00:19:12: Aber das waren schon Sachen.
00:19:17: War es diese Musik die deiner Jugend gespielt hat?
00:19:21: War das eher eine Szene oder ein Identitätsbildend?
00:19:25: Oder war das eher Alltag?
00:19:27: Rückzug, Flucht und Sicherheit.
00:19:32: Also mit vielen Geschwistern und auch noch anderen anwesenden Personen war unser Haus sehr voll oft, sehr laut.
00:19:41: Wir sind eine sehr meinungsstarke Familie.
00:19:45: also da kein Abendessen ging ruhig und friedlich vor sich sondern es wurde immer diskutiert und gekämpft und ich war da manchmal echt... überfordert, muss ich ehrlich also mental überfordern.
00:20:01: Ich bin das jüngste Mädchen und als Jüngste wird man da manchmal einfach platt gemacht ist halt so.
00:20:08: Und die Musik war für mich ein ganz großer Rückzugpunkt.
00:20:15: Ja, so einen sicheren Hafen.
00:20:16: Also wenn ich in meinem Zimmer ... deswegen vorhin, als ich gesagt habe ja, ich hab auch Mady Waters gehört.
00:20:21: Ja, Mady Watters war für mich sowas von erdent!
00:20:25: Es ist ein ganz alt eingesessener Bluesmusiker und der war... Ich glaube, ich habe ihn damals auch entdeckt, als es um die Stones ging.
00:20:35: Die frühen Stones insbesondere waren ja auch sehr blues geprägt.
00:20:41: Diese Connection ist, ich weiß gar nicht mehr wie das alles entstanden ist.
00:20:44: Aber es war auf jeden Fall.
00:20:46: in der Summe gehörten die Stones eben so dazu wie Muddy Waters aber eben auch Bands wie Fleetwood Mac oder ja andere Sachen.
00:20:56: Die
00:20:58: Bee Gees habe ich geliebt ohne Ende.
00:21:01: Ja cool!
00:21:02: Ein schöner Potpourri im Kopf.
00:21:04: Total bei mir war dass er am Prinzip Die zweitausender Zeit, wo so Alternative Rock,
00:21:11: Pop Rock,
00:21:13: New Metal und sowas... ...frühe Mainstream-Alternatives kamen.
00:21:18: Und ich weiß nicht, ich habe dafür so Nightwish gehört oder auch Elendis Morizet Three Doors Down aber auch Tory Ames mal eine sehr getragene Intime Songwriterin oder auch Nelly Fortado also du merkst auch sehr breit gefächert.
00:21:35: das finde ich nämlich auch sehr schön.
00:21:38: Jazz bin ich erst später zugekommen, tatsächlich durch meinen Klavierlehrer.
00:21:44: Ich hatte nämlich erst am Anfang so einen ganz klassischen Klavierunterricht mit Klassik und da war ich so unglücklich mit.
00:21:50: und dann hat meine Mama dafür gesorgt dass ich einen neuen Klavier-Lehrer bekomme und der war richtiger Jazz im Blues Fan.
00:21:57: Da habe ich richtig zu kämpfen gehabt diese Blues Rhythmen draufzukriegen.
00:22:02: Ehrlich weil ich finde gerade Blues Rhythmen einfach!
00:22:06: Ja,
00:22:06: spannend.
00:22:07: Aber klar wenn du erst mal anders konntest
00:22:10: spielen
00:22:11: und dann
00:22:12: diese
00:22:13: Off-Rhythmien und Beats... Das war eine Challenge und da haben wir zu tun gehabt.
00:22:19: aber irgendwann hatte ich das dann im Blut, aber es hat ein bisschen gedauert.
00:22:24: Sehr sehr spannend!
00:22:28: Ich habe mal geguckt Die Smiths hattest du schon genannt?
00:22:32: Was waren eigentlich so mit Künstlern wie Madonna, David Bowie und U-Two?
00:22:37: Also David Bowye war für mich schon lange Zeit sehr wichtig.
00:22:42: Eigentlich Honky Dory und Sigi Stardust usw.. Das war für meh schon alles sehr wichtig!
00:22:52: Wen hast du jetzt
00:22:53: eben noch gefragt?
00:22:54: Madonna und U Two und so...
00:22:56: Oh, YouTube überhaupt nicht.
00:22:58: Überhaupt nicht?
00:22:59: Könnte mich bis heute überhaupt nicht erreichen also gar nicht.
00:23:04: und Madonna ja so La Isla Bonita und sowas.
00:23:08: das fand ich toll.
00:23:09: also ihre Anfangsjahre fand ich ganz toll da habe ich sie auch noch wirklich verfolgt.
00:23:15: Musik hab' ich dann auch noch gerne gehört aber so mit Vogue usw.
00:23:20: Da war ich schon nicht mehr so interessiert.
00:23:25: Eine Zeit lang war sie schon wichtig, aber man das war in den Achtzigern als sie auch noch wirklich mit jeder Platte ein neues Fenster aufgemacht hat und nicht nur ihren Status erhalten hat sondern wirklich auch neue Sachen für sich selber entdeckt hat.
00:23:41: Das war ja total cool!
00:23:43: Das machte man gerne mit.
00:23:45: Aber dann einfach nö danach
00:23:47: da nicht mehr.
00:23:49: Und neue deutsche Welle hattest du ja schon so ein bisschen angedeutet?
00:23:52: Ja krass, mein Einstieg ins Radio.
00:23:55: Meine erste eigene Radiosendung hieß Dauerwelle, neue deutsche Popmusik und das war aber vor der NDW, neue Deutsche Welle.
00:24:05: Vorher ... Das ist ja sozusagen der kommerzielle Titel gewesen.
00:24:11: Aber davor, da ging es richtig ab mit deutsch-amerikanischer Freundschaft und einstürzende Neubauten und der Plan und Pipapo also da waren richtig coole Bands und das sind die Sachen, die ich in meiner Sendung vorgestellt habe, Dauerwelle...
00:24:29: Das war die allererste?
00:24:30: Ja, das war die erster Sendung!
00:24:33: Die war noch so'n bisschen.
00:24:34: naja Die ist schon ganz gut gewesen, weil die basierte auch teilweise auf so kleinen Selbstportreys, die die Bands geschickt haben.
00:24:45: Und ich habe mich wirklich um die kleinsten aller kleinen Bands gekümmert und da sind richtige Juwelen.
00:24:51: im Nachhinein aber diese kommerzielle Geschichte dann mit Markus und Frau Leinenmenke oder wie sie hieß Da war ich dann raus.
00:25:03: Da hat die Sendung aufgehört, da hab' ich dann andere Sachen gemacht.
00:25:07: Ich weiß gar nicht mehr wie das geendet ist aber... Das hat dann aufgehört.
00:25:12: Ja, spannend.
00:25:12: Das wurde mir alles zu albern!
00:25:15: Also ich mein, die NDW war doch gruselig albern zu groß.
00:25:18: Total.
00:25:19: Zur Hauptzeit.
00:25:20: und nee, nee, da war ich schon längst raus.
00:25:23: Ich bin auch ehrlich gesagt volles gebrannte Kind weil zu meiner In Anführungsstrichen Disco-Zeit, ich hatte ja schon erklärt.
00:25:31: Ich war keine typische Disco Gängerin sondern eher Konzertgängerin.
00:25:36: Da wurde neue deutsche Welle immer gespielt.
00:25:37: Klingelang, wenn das schon kam da bin ich geflohen weil ich konnte es einfach alles nicht mehr hören.
00:25:43: Weil
00:25:44: lief zu oft,
00:25:45: lief so häufig war immer das gleiche.
00:25:47: Deswegen kann ich gut verstehen dass du damit der Commercialisierung ausgestiegen bist.
00:25:53: Ja, wobei ich das nicht so schlimm finde.
00:25:56: Man kann ja Erfolg haben mit einem tollen Song!
00:25:58: Aber ich fand die Musik einfach so albern.
00:26:01: So
00:26:02: Humpelmann-Albern?
00:26:03: Nee, kein Bock.
00:26:05: Hatste Bock auf Tiefe.
00:26:07: Auf Tiefgang.
00:26:08: Ja cool dann sind wir schon im Block zwei Studienzeit.
00:26:12: Wir machen also mit einer späteren Phase weiter.
00:26:16: Ich habe da in Rostock studiert und zum Studium hochgegangen Und in dieser Zeit hat sich mein musikalisches Leben noch mal verändert, weil ich angefangen habe wirklich eigene Projekte zu entwickeln und nicht mehr nur Teil eines Schulkontextes war.
00:26:32: Ein guter Freund von mir aus der Heimat hier, der Felix ist ebenfalls zum Studium nach Rostock gegangen wie übrigens viele die hier leben im Brandenburg studieren in Rostocks oder Potsdam häufig und gemeinsam haben wir dort die Band Modicum of Hope gegründet.
00:26:47: Und auch hier hatte ich einen zweiten Sänger, Frankie ein guter Freund von mir der auf der Hochzeit von meinem Mann und mir damals gesungen hat.
00:26:58: Interessanterweise war das auch hier wieder eher so'n ruhiger balladenartiger Song.
00:27:03: Ich mag aber auch ehrlich gesagt etwas sad, balladig und sowas.
00:27:08: Und in dieser Phase ging es für mich viel stärker darum, eine eigene musikalische Sprache zu finden.
00:27:14: Unabhängig davon was andere erwarten oder welche Rollen es vorher gab.
00:27:19: und wenn du Lust hast dann hören wir mal in den Song rein Modicum of Hope.
00:27:25: ein Fünkchen Hoffnung heißt das?
00:27:28: Die Band hieß genauso.
00:27:29: übrigens war immer kreativ.
00:27:31: Was ist das für ein Wort modiken
00:27:32: ?
00:27:33: Modikum ist ein Fünkchen.
00:30:06: Das war der Song.
00:30:13: Erzähl mir mal was dazu, wie alt ist der und was bedeutet er dir?
00:30:25: ist,
00:30:25: der ungefähr ... ja ich würde sagen so ... ... zwei tausend neun, zweitausend zehn in
00:30:31: dem Dreh
00:30:33: und der bedeutet für mich im Prinzip dass es gut ist im Leben manchmal nicht zu wissen was kommt.
00:30:42: weil man dann sonst wahrscheinlich gar kein Fuß aus dem Bett setzen würde.
00:30:46: Ja, zum Beispiel wenn wir gewusst hätten dass es heute ein und vierzig Grad werden vor zwanzig Jahren hätte
00:30:52: auch gedacht okay.
00:30:53: Hätte auch noch mal einen Anatomie gemacht.
00:30:55: vielleicht genau ja genau ja und interessanterweise bin ich habe ich so ein Schiff gemacht musikalisch?
00:31:04: Ich weiß nicht Kannst du da so einen Unterschied hören vom ersten jetzt zum
00:31:08: zweiten?
00:31:08: Dazu bin ich viel zu wenig vertraut mit deiner Musik.
00:31:11: Also das kann ich auf jeden Fall sagen, ich kann nur erneut sagen dass ich finde, dass Du eine sehr hübsche Stimme hast.
00:31:18: Und am Anfang habe ich gedacht, gerade dann wenn man so eine schöne Stimme hat muss man aufpassen nicht zu viel zu machen.
00:31:26: Weil die ist für sich selber so präsent.
00:31:29: Da brauchst du nicht so viel zu kolorieren.
00:31:32: das kommt auch so rüber was du da machst.
00:31:34: also das war ein ganz kurzer Gedankenblitz den ich hatte aber sonst ja weiß jetzt nicht genau was sagen.
00:31:43: soll es zwar jetzt nur kurzes
00:31:45: anhören?
00:31:46: Ja, das stimmt.
00:31:47: Nene ist ja auch nur so ein
00:31:48: Eindruck.
00:31:49: Also es gibt ja so John Bayes zum Beispiel wird ja hochgradig verehrt von allen Menschen.
00:31:56: ich bin ihr gegenüber immer bisschen distanziert weil ich finde sie hat einfach eine zu schöne Stimme.
00:32:03: Okay krass!
00:32:04: Ja, weil
00:32:06: sie kommt immer so glasklar und so rein... Das ist ja ihre Haltung, die sie so verbreitet.
00:32:16: Sie ist so die reine Gewissenstäterin also die Brüche und die Abgründe.
00:32:25: Die darf man bei ihr ja nur
00:32:27: ahnen.
00:32:28: oder
00:32:29: sie möchte vielleicht sogar das.
00:32:31: wir denken dass sie gar keiner hat.
00:32:34: Das ist natürlich
00:32:35: schwierig.
00:32:36: Ja, es macht Schade so, ne?
00:32:37: Weil das nimmt ja auch die Tiefe und auch die Reifen...
00:32:40: Naja sie hat immer eine andere Motivation gehabt.
00:32:45: Sie wollte ja auch akitieren.
00:32:47: wir jetzt ein bisschen krass das Wort aber sie ist schon immer sehr engagiert mit dem bis heute geblieben.
00:32:52: Heute finde ich sie fast noch am spannendsten als zu ihren ganz jungen Jahrzeiten.
00:33:00: Aber ich zitiere damit nur Bob Dylan.
00:33:02: der hat auch mal gesagt Okay, das ist ja
00:33:08: interessant.
00:33:09: Ja weißt du bei mir hat sich das so entwickelt dass ich weggegangen bin von Songs die nur aus dem Effekt heraus entstanden sind weil ich habe häufig Songs geschrieben wenn es mir nicht gut ging wenn ich was verarbeiten wollte und die sind dann eins zu eins zur Musik geworden Und in der Phase bin ich davon weggegangen, diese Songs zu machen.
00:33:31: Sondern da kam dann noch mal so eine Reflexionsebene dazu.
00:33:35: Deswegen auch modikämophob weil ich wollte das.
00:33:38: nicht jeder Song einfach nur traurig und dieses ausgekotste ist ja was ich jetzt ja so empfunden habe sondern ich wollte auch dass die immer noch ein bisschen Mut machen es ein bisschen Hoffnung machen.
00:33:49: So das war so dieses dieses Prinzip im Musik machen.
00:33:57: Ja, wobei ich glaube dass wenn man seine Gefühle direkt ausdrückt da ist nichts verkehrt daran es muss nur oder das was ich mir wünschen würde von einem Songwriter oder Songwriterin ist, dass sie sich auch dann Mühe mit der Sprache gibt, Mühe den Bildern gibt.
00:34:16: Ich möchte gar nicht getröstet oder weiß ich nicht positiv gestimmt werden oder so was, das möchte ich gar nicht.
00:34:26: Also ich mag es gerne wenn Leute ihre starken und ja stets berechtigten Empfindungen artikulieren nur man muss schon merken dass sie auch daran gearbeitet haben und ich meine wir sind hier jetzt kein Punkrock.
00:34:44: also Punkrock ist direkt ohne Filter dass völlig in Ordnung ist, völlig in ordnung war.
00:34:56: Aber wenn du wirklich so ernste Dinge von innen kommunizieren möchtest dann möchte ich schon das der oder diejenige das auch sehr ernst nimmt und mich nicht tröstet, ich muss nicht getröstet werden.
00:35:14: Ich habe
00:35:15: beim Singen gemerkt dass wenn ich quasi... ich hab über traumatische Dinge gesprochen über zum Beispiel schwierige Beziehungen also zu meinem Vater und mir zum Beispiel das wirklich ja auch mal in der Fantasiedinge ausgelebt die ich in der Realität vielleicht dann nicht ausleben konnte und habe festgestellt wenn ich diese Songs heute höre oder wenn ich sie heute spielen würde, würde mir das nicht gut tun.
00:35:41: Weißt du was ich meine?
00:35:42: Ich würde immer wieder in diesen Wunden verweilen, weshalb ich dazu übergegangen bin dann auch zu sagen nö, dass manche Songs müssen nicht veröffentlicht werden.
00:35:50: die sind für mich um mich sache diesen Output zu haben.
00:35:54: aber das ist jetzt keine Musik die ich irgendwie nach draußen kommunizieren würde.
00:35:58: also zum Beispiel auch mein Sohn der es jetzt dreizehn und er
00:36:04: hört häufig
00:36:05: auch gerne so Musik, sag ich mal.
00:36:08: Wo der Sound ist fröhlich aber im Text geht es zum Beispiel die ganze Zeit darum dass er sich selbst bemitleidet und das finde ich wirklich schwierig.
00:36:19: Ich find' es auch extrem nervig.
00:36:21: Und auf der anderen Seite was macht es mit dir als Hörenden wenn du ständig jemanden hörst dass dich selbst nur bemitleiht und sag ich mir der Song so eine niedrige Schwingung hat weißt Du?
00:36:32: Was macht's mit dir selbst?
00:36:36: Kann er gerne hören, es ist absolut ja auch von mir sehr jung und in der Phase wo er seine eigenen Erfahrungen machen darf.
00:36:43: Ich selber achte jedenfalls total drauf was ich konsumiere und was sich höre an Songtexten.
00:36:49: Aber das ist doch eigentlich
00:36:51: unser
00:36:53: wertvollstes Gut dass wir unsere echten und eigenen Emotionen haben.
00:37:01: Wenn du ihn jetzt zum Beispiel als zu selbstmitleidig empfindest, ich weiß nicht ob du als Mutter da wirklich neutral bist.
00:37:09: Ich meine
00:37:10: den Song, nicht meinen Sohn.
00:37:11: Ja?
00:37:12: Naja dann würde ich mal sagen dass du auch nicht die Neutralste aller Betrachterinnen sein kannst.
00:37:20: Lass ihn doch!
00:37:21: Selbst mitleidigt sein.
00:37:23: Ich mein wenn er das nicht selber relativiert ist doch das ganz interessant.
00:37:28: Mal also was... Material kommt.
00:37:32: Also wie gesagt, ich bin gar nicht deiner Meinung dass Emotionen so verändert oder gefiltert oder sonstwie.
00:37:40: Du bist niemandem
00:37:42: irgendeine Rechenschaft schuldig.
00:37:44: du musst dich auch nicht um irgendwelchen Zuhörer sorgen.
00:37:49: das ist die Freiheit der Kunst und wenn sie von deinen Emotion überwältigt werden.
00:37:55: also Nicht selten hat eine große Karriere so angefangen.
00:37:58: Also ich wäre da nicht so vorsichtig, du bist keine Pädagogin sondern wenn dann bist du Songwriterin und du musst
00:38:06: dir selbst
00:38:07: gegenüberwahrhaftig sein und dann natürlich ne kluge Künstlerin sein und deine kommen ins Gespräch.
00:38:15: Total!
00:38:17: Es geht ja auch gar nicht darum nicht mehr die pure Emotionen zu haben.
00:38:24: Ich kümmere mich nicht auch um den Zuhörenden, sondern mir geht es darum dass wenn ich Musik mache das sich nicht immer wieder in diese alten Wunden reintasche.
00:38:32: Ja aber
00:38:32: wenn sie da sind du musst doch anerkennen was ist
00:38:37: ja klar
00:38:37: kannst dich doch nicht selber zensieren indem du sagst oh jetzt bin ich so alt und ich bin immer noch so wütend auf meinen Vater.
00:38:45: So ist es halt.
00:38:46: Ja, aber es ist ja geheilt
00:38:47: mittlerweile.
00:38:48: Dann bist du doch auch nicht mehr wütend?
00:38:50: Nee.
00:38:50: Wo ist
00:38:50: das Problem?
00:38:53: Ja spannend!
00:38:54: Es ist okay dass wir uns zweinigen würde ich sagen.
00:38:58: Darf alles sein.
00:39:00: Was hat denn dich damals selbst musikalisch geprägt?
00:39:03: war das eher
00:39:04: aus Druck
00:39:05: oder Analyse?
00:39:06: Pettismith Als ich die zum ersten Mal live gesehen habe, das ist life-changing gewesen.
00:39:13: Wann
00:39:13: war das?
00:39:14: Das weiß ich nicht mehr.
00:39:15: Es war irgendwann in den... ja, in den Eighty, glaube ich oder so ...in Berlin im Huxleys.
00:39:24: Ah, Huxles!
00:39:25: Achja
00:39:25: cool.
00:39:26: Großartiges Konzert gewesen und ich meine ganz ehrlich es sind natürlich eine Reihe von Konzerten, die für mich prägend waren und entscheidend waren.
00:39:37: Und da ich ja sehr lange beim Radio gearbeitet habe und immer noch arbeite – es ist nicht wirklich Radio, aber es ist halt Radio.
00:39:46: So was ähnliches wie Radio, was ich jetzt mache!
00:39:50: Mich hat natürlich auch das Radio hören geprägt und irgendwann ... Ich hab mir abgeschlossenes Germanistik-Studium doch für was ganz anderes entschieden und das lag am Radio.
00:40:07: Ich habe einfach ein paar richtig gute Vorbilder gehabt, die für mich extrem wichtig waren.
00:40:16: Und dann hab ich irgendwann gesagt – Das will ich auch!
00:40:19: Darf ich fragen, wo du Germanistik studiert hast?
00:40:21: In
00:40:21: Hannover.
00:40:23: Und was hast du da für eine Radiosender gehört die dich so
00:40:26: inspiriert haben?
00:40:27: Also damals gab es ja noch BFBS das ist der englische Soldatensender gewesen.
00:40:34: Das war bei uns erreichbar empfangbar John Peele habe ich gehört Allen Banks hab ich gehört und beim NDR gab es Klaus Wellers raus ein ganz toller Redakteur der damals Musik für junge Leute gemacht hat und das war ganz total wichtig.
00:40:54: Und dann bist du zum Radio gegangen?
00:40:56: Ich habe gelesen, da hast du Musikjournalismus
00:40:58: studiert.
00:40:58: Nein.
00:40:59: Ah!
00:40:59: Das stimmt nicht okay.
00:40:59: Nein, das habe ich nicht.
00:41:00: Ich habe Germanistik studiert und dann habe ich mich bei verschiedenen Radiosendern beworben und der SFB, der senderfrei ist Berlin hat mich genommen.
00:41:13: Eigentlich ganz harmlos.
00:41:14: Also hast du das typische Volontariat gemacht?
00:41:17: Nee,
00:41:18: eine Hospitation so was gibt es gar nicht mehr heute.
00:41:20: Das sind drei Monate.
00:41:22: da bist du halt mitgelaufen in verschiedenen Redaktionen.
00:41:26: Du konntest aber auch sagen Löhle habe ich keinen Bock drauf.
00:41:29: also ich will nur in dieser Redaktion bleiben und dann gegen.
00:41:34: das ist wie gesagt drei Monate man kriegt ja auch Geld fast vierhundert D-Markt damals noch wirklich okay war.
00:41:42: Heute kriegt es ja gar nichts, du musst dir heute dafür zahlen dass du dein Praktikum machen darf und das war damals einfach auf jeden Fall eine Legitimierung also auch so einen Studentenstatus quasi zu haben.
00:41:58: dann haste erste Beiträge gemacht und ich war da offensichtlich richtig und bin geblieben
00:42:05: Und warst du gleich in der Sparte.
00:42:06: Musik oder hast du woanders
00:42:08: gestattet?
00:42:08: Ja, ich bin da hingekommen abgesagt.
00:42:10: Guten Tag!
00:42:10: Mein Name ist Sohnsoh und ich möchte Musiksendungen machen.
00:42:13: Ja cool...und dann hast Du Deine eigene Sendung bekommen
00:42:16: gehabt.
00:42:17: Naja das war natürlich nicht von heute auf morgen.
00:42:20: Da musste ich schon noch einige Beiträge machen und Feature.
00:42:26: Das hat doch Spaß gemacht, manches ging vielleicht auch in die Hose keine Ahnung aber ich durfte mich auf jeden Fall ausprobieren und das ist total wichtig gewesen.
00:42:37: Ja es wird halt wichtig sich ausprobiert zu dürfen ja und dann zu wachsen.
00:42:41: und welches war denn deine erste eigene Sendung
00:42:43: dort?
00:42:45: Ja wie gesagt Dauerwelle, neue deutsche Popmusik.
00:42:47: Das war diese Sendung und dann habe ich an verschiedenen Sendungen mitgearbeitet also Beiträge gemacht und ab dreiundachtzig habe ich ein Jugendmagazin moderiert.
00:43:01: SF Beat ist ja sehr bekannt in Berlin gewesen und von da abging es dann weiter.
00:43:07: Und dann habe ich nur noch letzte Sendung moderiert, den letzten SF Beat habe ich moderiert.
00:43:11: Dann haben wir uns weiterentwickelt zu Radio For You.
00:43:15: Da hab' ich auch die letzte Sendungen moderiert!
00:43:19: Hier kommt der Untergang sozusagen... Ja, so habe ich verschiedene Stufen durchgemacht bis hin zur Radio I wo sie mich nach wie lange war ich da?
00:43:30: Siebenundzwanzig Jahre oder sowas verabschiedet haben.
00:43:35: Ja krass, ja Radio hat sich auch immer verändert und verändert sich jetzt immer noch weiter.
00:43:40: Siehst ihr auch zur Online-Radiosendern?
00:43:43: Genau.
00:43:43: Wie der Netziger
00:43:44: Sender zum Beispiel.
00:43:46: Gab es in deinem Leben ein Moment, in dem sich dein Verhältnis zu Musik oder auch deinen beruflicher Weg ganz deutlich verändert hat?
00:43:55: Was meinst du jetzt?
00:43:56: Das habe ich mir nicht verstanden.
00:43:58: Also in deinm Leben gab es da einen Moment wo sich dein oder auch dein beruflicher Weg ganz deutlich verändert hat, oder ist es immer so weiter gelaufen?
00:44:08: Da gab's mal einen Bruch.
00:44:10: Oder
00:44:10: hast du dich da verändern?
00:44:11: Nein das gab es nie.
00:44:13: also ich habe eigentlich... Also meine Entwicklung ist eigentlich immer nur intensiviert worden.
00:44:22: Also ich bin dann, ich habe dann angefangen nach Texas zu reisen.
00:44:27: Dort gab es eines der wichtigsten Musikfestivals oder Musikseminare.
00:44:33: South by Southwest heißt das
00:44:36: ein
00:44:36: drei vier Tage Event wo nicht nur Bands spielten sondern auch so Panels waren Diskussionspanels Songwriter Workshops Songwriter Roundups, also wenn so verschiedene Songwriter zusammen auf der Bühne sind und über ihre Songs sprechen was ein unglaublich tolles Format ist.
00:44:59: Also das kann ich nur immer wieder sagen Ich wollte sowas würde öfter stattfinden.
00:45:03: Das ist so interessant finde ich.
00:45:07: Da habe ich wahnsinnig viel gelernt Und da bin ich auch klein mit Hut geworden Weil da lernst du Musikgeschichte kennen Arfa Alexander noch live gesehen, halbis Jahr später ist er gestorben.
00:45:23: Das war einer der grundlegenden Soul-Musiker gewesen auf der Schnittstelle zwischen Soul, R&B und Country – ganz wichtiger Mann!
00:45:33: Ich habe ihn noch live sehen, das ist so grandios!
00:45:38: Wie ich überhaupt, also da wahnsinnige Entdeckung gemacht habe.
00:45:42: Ja wie du
00:45:42: streitzst ist auch sehr schön!
00:45:44: Und auch dort gerade in Texas ist ja berühmt für seine literarischen Songwriter.
00:45:50: Also Leute wie Towns Van Sand oder Steve Earle oder Guy Clark Das sind alles Songwriters die poetisch richtige Schwergewichte sind und das ist die Messlatte Und die sind alle sehr persönlich, Victoria.
00:46:06: Du glaubst nicht was die für Probleme immer hatten aber sie haben auch keinen Weg drum herum gemacht.
00:46:13: Sie haben diese Probleme immer mit den Händen bei den Hörnern genommen und sie artikuliert auf wirklich wunderschöne Weise.
00:46:23: Aber so machst du ein Song für die Ewigkeit.
00:46:27: Nimm das hässlichste deiner Gefühle und mach's den schönsten Song daraus.
00:46:31: So was geht?
00:46:32: Ja klar, klar geht das.
00:46:34: Das ist keine Frage.
00:46:35: und wenn du gerade davon sprichst dass sie eine poetische Ausdrucksweise haben kam dann auch schon deine Zusatzausbildung?
00:46:45: Ach so!
00:46:45: Du spielst jetzt auf die Musikthera... Bibliotherapie heißt es sogar im Fachwort.
00:46:54: Genau.
00:46:56: Das kam eigentlich.
00:46:58: wie kam ... das hatten wir jetzt seitdem damit nicht
00:47:01: direkt
00:47:01: zu tun.
00:47:02: Aber das zeigt, dass ich mich da immer sehr für interessiert habe und ich habe auch tatsächlich eine Musikerin kennengelernt, Mary Gauchay aus Louisiana.
00:47:15: Die gibt tatsächlich Songwriter-Workshops und die hat etwas gemacht was mich so schwerst beeindruckt hat.
00:47:23: Sie hat selber ein krasses Leben hinter sich also... auch auf der illegalen Seite des Lebens und die hat angefangen Songwriter Workshops mit Inmates zu machen, mit Gefangenen.
00:47:38: Und was sie darüber berichtet hat und was die für Ergebnisse daraus präsentiert hat das hat mich unglaublich beeindruckt und mich sehr darin unterstützt dieses Songwriting Lernen zu verfolgen.
00:47:56: Und es gibt da ein Hückeswagen in Was ist das eigentlich Nordrhein-Westfalen oder irgendein Bundesland hat?
00:48:03: Gibt es eine Schule, die tatsächlich Bibliotherapie lehrt und da habe ich über drei Jahre glaube ich mehrere Workshops besucht.
00:48:16: Und auch die Ausbildung abgeschlossen.
00:48:18: also ich bin zertifizierte Bibliotherapeuten.
00:48:24: Ich hab's leider noch nie angewendet, weil man kriegt natürlich null Geld dafür.
00:48:28: Und man muss ja auch nebenbei mit seinem Leben weiter klarkommen finanziell.
00:48:32: Kannst du vielleicht
00:48:32: kurz mal erklären was das ist?
00:48:34: Weil
00:48:35: der Begriff sehr ist nicht wirklich bekannt.
00:48:37: Nee!
00:48:37: Daher gebe ich dir vollkommen recht.
00:48:39: Also es eigentlich die Idee oder sagen wir mal die etwas akademische Bezeichnung für Songwriter-Workshops.
00:48:48: also du suchst Leute, die möchten gerne Songwriting lernen Und du als Therapeutin bist der Meinung, du weißt wie das geht oder zumindest weiß wie man das anleitet und dann bietest du Workshops an.
00:49:04: In diesen Workshop werden im Prinzip sowohl poetische als auch physische Übungen gemacht die dich... Befreien, also die dir den Zugang zu deinen Gefühlen erleichtern.
00:49:22: Das ist ja, hört sich für einen emotionalen Menschen irgendwie banal an aber es gibt sehr viele Menschen, die tun sie schwer an ihre Gefühle ranzukommen und der Sinn von solchen Workshops ist eigentlich diese Gefühlle zu erreichen und dann in Texte umzuwandeln.
00:49:44: Also du musst nicht zwangsläufig hinterher einen tollen Song draus haben.
00:49:48: Aber erst mal so, man macht zur Schreibübung.
00:49:52: Man macht vielleicht auch Kommunikationsspiele?
00:49:56: Man macht auch physische Spiele um sich selber kennenzulernen und für Dinge Worte zu finden die dir noch vorher nicht klar waren.
00:50:09: also es ist halt so und dann machst du so zwei, drei, vier, fünf Wochenenden.
00:50:17: Und dann kommst du vielleicht an ein Ergebnis das du in Song schreibst, wo du das Gefühl hast, da steckt mein Leben drin.
00:50:28: Ja schön, find ich cool!
00:50:32: Ich hab bei der Recherche, weil es heißt ja irgendwie Poesie-und Bibliotherapie
00:50:40: auch
00:50:40: gefunden man so eine Art Heilung über den Ausdruck findet, sozusagen.
00:50:49: Also das ist auch ja so ein heilenden Aspekt dabei.
00:50:53: Absolut natürlich!
00:50:55: Ja erstmal sich wahrnehmen überhaupt wieder zu spüren was fühle ich und dann für sich in die Verarbeitung gehen zu können und dann in die
00:51:05: Heilung sozusagen.
00:51:06: Wobei die Heilungen Musste dir gar nicht groß vornehmen.
00:51:11: Also da muss man dem Prozess vertrauen, das ist ein ganz wichtiger Leitsatz dabei.
00:51:18: Just the process.
00:51:22: Ja voll schön!
00:51:23: Mensch dann sind wir schon im Block drei.
00:51:28: Jetzt bin ich gespannt.
00:51:32: Du hast ja schon gemerkt dass sich mein Verhältnis zur Musik Schritt zu Schritt ein Stück verändert hat und Da würde ich jetzt nochmal einen Sprung machen, mich in die Gegenwart.
00:51:42: Und ja da hat sich auch mein Leben nach außen hin noch mal sehr verändert denn ich bin mit meiner Familie für ein Jahr mit dem Wohnmobil durch Europa gereist und am Ende sind wir wieder hier in Brandenburg angekommen.
00:51:59: Genau und kurz danach habe ich Olaf kennengelernt, den kennen wir nämlich beide.
00:52:02: Darüber haben wir uns nämlich kennengelernet Meine Zuhörerinnen die kennen Olaf, nämlich schon vom Hörnig war hier auch im Podcast mein erster Gast Und daraus hat sich ein neues musikalisches Arbeiten entwickelt.
00:52:16: und heute machen wir zu zweit Musik und für mich hat das im Prinzip alles verändert weil Wir können viel freier entscheiden wie ein Song entsteht Wie reduziert oder wie voll er sein soll.
00:52:28: Gleichzeitig hat es uns aber auch dazu gebracht, uns stärker mit Technik zu befassen und auseinanderzusetzen um einen vollen Klang zu ermöglichen.
00:52:37: Und trotzdem gibt es immer wieder Momente in denen wir bewusst das Gegenteil wählen nämlich nur Bass, nur Stimme sehr reduziert.
00:52:47: Um dir was vorspielen zu können habe ich nicht anders herum andersherum.
00:52:55: Wir haben noch keine Aufnahme, wir machen in jeder Probe immer so kleine Mitschnitte für uns persönlich.
00:53:02: damit werden der nächsten Probe wissen was haben wir denn da gearbeitet wie haben wir den Übergang gemacht?
00:53:07: und so weiter.
00:53:08: ich habe mir von Olaf die Erlaubnis eingeholt so einen Song Ausschnitt zeigen zu dürfen.
00:53:14: also das ist jetzt ziemlich roh und unfertig und ja proberaumsituation finde ich aber gerade spannend um diesen Prozess einfach auch mal zu zeigen.
00:53:25: Und du hörst jetzt ein Song von uns, wir nennen uns Tori in the Owl, Tato kurz abgekürzt mit dem Song Catasis.
00:56:41: Interessant!
00:56:42: Also habe ich deutlich interessiert dazu gehört als bei den anderen Beispielen nichts dagegen.
00:56:49: Aber das ist hier... Ich finde es... Ich hab' jetzt gar nicht so sehr auf den Text geachtet.
00:56:55: Ich hab nur ab und zu Fetzen mitgekriegt.
00:56:58: Ich finde es von der Emotionalität konsequenter und intensiver, also es fängt mich ein.
00:57:10: Ja, catch dich!
00:57:13: Also als dann der Rhythmus losgeht habe ich gedacht oh schade eigentlich ist okay aber eigentlich, weil da wird's dann so der normale Song.
00:57:24: Dann geht es so der Song los aber eigentlich so dieses vorher, dieses minimale auch dieses nicht so weitausholende von den Melodien her.
00:57:34: das finde ich sehr berührend.
00:57:37: also kann holt mich emotional sehr ab schön.
00:57:42: Spannend!
00:57:43: Danke Das ist halt auch mal so ein Song, der hat nicht diese typische Strophen
00:57:49: auf den Frauenstruktur.
00:57:51: Sondern da muss man entschieden eine ganz lange Strophe zu machen.
00:57:55: Es war jetzt quasi alles Strophe was du gehört hast und am Ende kommt jetzt die Katasis wo es sich nochmal richtig aufbaut und dann am Ende wieder... So ganz leise und wieder ganz ruhig wird sozusagen.
00:58:09: Ja, wir haben so ein bisschen überlegt gehabt vorher was unsere Essenz ist.
00:58:13: gerade weil wir grad viel machen, so musiktechnisch also auch mal in die Richtung Country und grade haben wir einen irischen Song gemacht.
00:58:24: zum Feiern sind da sehr vielfältig.
00:58:26: aber wir haben festgestellt für uns ist das so grad die Essenz.
00:58:30: Das ist ganz
00:58:30: spannend.
00:58:31: Schön!
00:58:32: Nur da spüre ich auch Olaf ehrlich gestanden Na klar.
00:58:36: Ja, sind wir auch beide.
00:58:41: Wenn wir quasi den Schritt weitergehen in eine Zeit, in der du ungefähr in deinen Vierzigern warst... Was hat dich damals in deiner Arbeit und im Umgang mit Musik besonders
00:58:52: beschäftigt?
00:58:57: Das weiß ich jetzt gar nicht genau erinnern.
00:59:02: Ich bin Ende dreißig Mutter geworden Und von da ab war für mich natürlich auch der Spagat zwischen Arbeit und ums Kind kümmern, wie im Leben aller Frauen.
00:59:17: Und auch sicher von vielen Vätern ein großes Thema...
00:59:24: Wie hast du das für dich vereinbaren
00:59:25: können?
00:59:26: Ja gute Frage!
00:59:26: Das frage ich heute auch so im Nachhinein manchmal weil ja irgendwie hat es dann hingehauen.
00:59:35: also Da muss man halt lernen, ein bisschen ökonomischer zu sein in seiner Tagesgestaltung und das ist ja durchaus wenn man in der Musik arbeitet nicht so einfach.
00:59:48: Weil Musik ist einfach immer präsent und wenn du in so einer Institution arbeitest musst du ja auch immer liefern.
00:59:58: also ich habe Ende letzten Jahres quasi aufgehört mit meiner Tätigkeit.
01:00:08: Über vierzig Jahre habe ich jede Woche geliefert und das ist mir erst mal so klar geworden.
01:00:15: Ich dachte, es ist verrückt
01:00:16: da schon echt krass.
01:00:20: Mindestens eine Sendung oft ja noch Beiträge, oft auch in anderen Zeiten redaktioneller Arbeit oder auch mal andere Projekte.
01:00:29: Ich hab zwischendurch auch viel geschrieben für Zeitungen und Zeitschriften.
01:00:34: Mein Lieber Schwan ... Ich hatte dann bei Beid FM gesagt, ich möchte aber erst im März anfangen.
01:00:42: Weil ich wollte mal zwei Monate nichts machen was völlig idiotisch war weil diese zwei Monate sind erstens vorbei geflogen wie nix und dann war ich auch mit
01:00:55: anderen
01:00:55: Dingen beschäftigt und irgendwie es war nicht so einfach in diesem Leben dann anzukommen also und mir das auch erstmal bewusst zu machen.
01:01:05: Wenn man drin ist, wenn man diesen permanenten Performance-Druck hat, dann merkst du das eigentlich gar nicht so.
01:01:14: Dann findest es nur fast normal.
01:01:17: Also wenn ich Mittwoch oder Mittag nicht weiß was ich Donnerstagabend mache, dann Krise.
01:01:23: Das ist schon krass!
01:01:27: Und da bist du jetzt so ein bisschen milder mit dir geworden.
01:01:30: Ich bin einfach entspannter,
01:01:32: ich
01:01:32: kann meine Sendung produzieren wenn ich Zeit und Lust habe und die Temperaturen bei mir unterm Dach angenehm sind.
01:01:42: Wie kann ich mir das vorstellen?
01:01:43: Als du Mama geworden bist gab es in der Redaktion immer feste Zeiten wo du dann quasi... dann da warst und schon recherchiert hast.
01:01:53: Ich meine, du musst ja auch Musik
01:01:54: hören.
01:01:54: Das war glücklicherweise das in einer Zeit, in der ich gerade fest angestellt war.
01:01:59: Also ich war fast sechs Jahre Musikredakteurin richtig fest
01:02:04: anggestellt
01:02:05: also nine to five jeden Tag Und in derzeit bin die dann auch schwanger geworden und war also sozial total abgesichert Und da musste ich mir jetzt nicht so krass viele Gedanken machen.
01:02:21: Dann endete auch noch sowieso unser Radio.
01:02:24: Radio for You wurde eingestellt und ich hatte einen kleinen Break, ich bin dann anderthalb Jahre Musikredakteurin beim Tipp Magazin gewesen in Berlin... ...und dann ging Radio Eins los!
01:02:40: Da habe ich dann wieder angefangen und da war immer ein Sohn.
01:02:44: Wann waren wir?
01:02:45: Einst, sieben und neunzig oder so.
01:02:47: Ja da war er schon
01:02:48: ein paar Jahre alt
01:02:49: das ging.
01:02:50: Das habe ich dann hingekriegt und es lief auch mit meinem damaligen Mann super gut.
01:02:55: also das war eigentlich ganz okay.
01:02:59: Ja cool finde ich spannend wie die Frauen das dann so hinkriegen.
01:03:04: und ja da war denn halt auch einfach eine sichere Phase und ist auch total schön.
01:03:08: Ja wobei dann haben wir auch das letzte Mal als ich in Texas war wir sind wirklich mehrere Jahre hintereinander hingefahren, weil das einfach so groundbreaking wichtig war.
01:03:21: Tatsächlich war ich dann das letzte Mal als ich bei South by Southwest war, war ich schwanger.
01:03:28: Vier Monate später ist mein Sohn dann zur Welt gekommen und seitdem war ich auch nicht mehr da und seit dem also natürlich unabhängig von mir, ist dieses Festival auch sowas von explodiert und größer und kommerzieller.
01:03:42: Und es ist sicher noch immer ein Stück weit aufregend aber nicht mehr zu vergleichen mit den Anfangsjahren.
01:03:48: insofern brauche ich es nicht da nicht nochmal hingefahren zu sein.
01:03:52: Aber das ist unmittelbar mit dieser Zeit verbunden das letzte Mal dass sich da
01:03:56: war.
01:03:58: Woher kommt eigentlich dein Fable fürs Englische?
01:04:00: Wann hat das eigentlich angefangen?
01:04:04: Also ehrlich gestanden, es war glaube ich von vornherein klar das ist kaum was Uncooleres gibt als deutsche Musik.
01:04:16: Es tut mir leid dir das so sagen zu mir.
01:04:19: Ich habe natürlich inzwischen auch da viele tolle Sachen entdeckt aber Das war für mich nie eine Frage.
01:04:26: Obwohl mit der neuen deutschen Welle, da war es natürlich dann auch ganz wichtig Tanz den Mussolini dass du die Sachen auf Deutsch raushaust.
01:04:37: das war total wichtig.
01:04:39: aber das war dann so ne Umbruchphase und in dem Moment wo dann die NDW losgingen war dir wieder schlagartig klar
01:04:48: wie
01:04:48: Fahunz die deutsche Sprache wird, wenn sie nicht wirklich radikal und direkt und beautiful ist.
01:04:56: Also da bin ich dann wieder zurück zum Englischen logischerweise und wenn du Country liebst bleibt dir leider nichts anderes übrig.
01:05:04: Ich meine es gibt auch in Deutschland die eine oder andere tolle Band.
01:05:08: Also ich fand zum Beispiel Texas Lightning immer cool, die Band von Olli Dietrich.
01:05:15: Ich fand sie ganz cool aber die haben ja auch in Englisch gesungen.
01:05:17: Und wie
01:05:18: kommt deine Leidenschaft zum Country zustande?
01:05:20: Texas.
01:05:22: Also durch deine Reisendurchtin.
01:05:23: Durch die Reisen da habe ich entdeckt dass es das was wir unter country hier in Deutschland bis dahin kannten ein Witz ist verglichen mit dem was es für coole Sachen dar gibt.
01:05:37: Und da bleibe ich nach wie vor dabei.
01:05:39: Es gibt unglaublich tolle Musik, ich weiß dass es gerade in unserer jetzigen Zeit besonders herausfordernd ist zu seiner Countryliebe zu stehen weil das einfach nur mal die Musik des selbstbewussten Amerikas ist.
01:05:55: und wer hat da im Moment keine Probleme mit?
01:05:58: Also es ist mir vollkommen klar dass das ganz kritisch ist.
01:06:02: zurzeit Umso mehr achte ich darauf, dass die Leute, die ich feiere und den ich folge und liebe.
01:06:10: Dass sie was Spezielles sind als das, was man unter den Klischees versteht.
01:06:17: Und ich kann nur einladen.
01:06:20: Hört meine Sendung?
01:06:21: Ich habe eine Menge anzubieten!
01:06:28: Das mit dem Deutsch-Englisch Konflikt kann ich gut verstehen.
01:06:32: Ich habe am Anfang mich wirklich nur auf Englisch ausdrücken können, weil ich es einfach nicht gefühlt hab das auf Deutsch zu artikulieren.
01:06:39: meine Oma in deren Haus wir heute leben.
01:06:42: Die hat einmal gesagt
01:06:43: Mensch
01:06:43: Kind macht doch mal was auf Deutsch damit wir das auch verstehen können.
01:06:47: Ich krieg es dann nicht transportiert, was ich sagen möchte.
01:06:52: Und jetzt hast du ja den dritten Songausschnitt gehört und der war auf Deutsch.
01:06:56: Ach guck an!
01:06:58: Es tut mir so leid.
01:07:00: Du hast grad gesagt, da hast du mich voll abgeholt.
01:07:03: Ja cool, hießt du?
01:07:04: Na ja.
01:07:05: Weil sich auch für mich Stimme anhört.
01:07:07: Das transportiert sich ja auch.
01:07:11: Damit will ich jetzt gar nicht sagen, dass ich nur noch deutsche Musik mache.
01:07:14: Wir mischen, weil manchmal sage ich fühle das nicht auf Deutsch.
01:07:18: Da machen wir was Englisches.
01:07:20: Also es ist so ein Mischmasch manchmal?
01:07:21: Ja
01:07:21: genau!
01:07:22: Aber unser Leben ist doch auch ein Mishmash.
01:07:24: Du sitzt ja an deinem Laptop und wenn du nicht Englischeifigs drauf hättest, kämpst mit deinem laptop gar nicht klar.
01:07:30: Stimmt.
01:07:31: Also wollen wir da jetzt ernsthaft darüber reden.
01:07:34: Das ist doch
01:07:36: Quatsch.
01:07:36: Total absolut... Weil es gibt ja auch so Künstlerinnen wie zum Beispiel Sarah Connor, die ja auch vom Englischen zum Deutschen gekommen sind.
01:07:49: Wo ich manchmal wirklich fühle das ist
01:07:51: voll
01:07:51: grenzwertig weil es im Deutschen sehr schnell ganz stark an den Kids ran geht und da ist dann für mich eine ästhetische Grenze.
01:08:01: Ja die gehört aber auch gar nicht zu meinem Horizont also.
01:08:05: Die wundere ich eher dafür dass sie so viele Kinder hat.
01:08:11: Ja, doch irgendwie vier oder fünf Kinder.
01:08:14: Das finde ich toll!
01:08:15: Ich habe sie dieses Jahr... das war echt ein Zufall.
01:08:18: Ich war in meiner Coach-Ausbildung in Berlin und dann sagt plötzlich am Abend eine Teilnehmerin, hey Leute mir geht's nicht gut?
01:08:26: Ich hab Konzertkarten für Sarah Connor.
01:08:28: Wer würde denn da hingehen wollen?
01:08:29: Sollte ich, na ja wenn wir schon mal hier sind, dann
01:08:32: nehm' ich die Karte.
01:08:33: War ich beim Sarah-Connor-Konzert Diese ganzen Anfangssachen, diese Richtung Pop ging.
01:08:43: Die sind wirklich schwer.
01:08:44: Also das war wirklich schwer auszuhalten.
01:08:46: aber da wo sie geglänzt hat waren ihre Balladen, wo sie ganz raw nur mit einem Gitaristen zusammen die Songs gesungen haben und aus dem Herzen heraus und das hat mich so gepackt.
01:08:59: Ja konnte ich auch das Schöne an ihr finden.
01:09:01: also ja fand es einen super super schönen Abend.
01:09:07: Habe ich dann auch nochmal eine Künstlerin von einer ganz anderen Seite kennengelernt?
01:09:11: Ja, apropos.
01:09:12: Dann empfehle ich dir, guck mal auf YouTube.
01:09:16: Grissemann und Sternmann Das ist ja so ein österreichisches Talk Duo Und die hatten neulich Helene Fischer Und wie heißt sie jetzt noch einmal Ich
01:09:28: komme jetzt gar nicht mehr auf ihren Namen.
01:09:29: Auch Nere Schlagersängerin
01:09:31: Helene Fischer?
01:09:32: Nein, noch die andere Gäste.
01:09:33: Die anderen
01:09:34: Buchautoren?
01:09:35: Nein!
01:09:38: Die war mal bei den Dingsbums-Babys... Oh Gott jetzt stille Tier ich hier gerade vor mich hin.
01:09:43: Wie heißt sie denn auch mal?
01:09:44: Jetzt komme ich auf ihren Namen nicht.
01:09:46: Die hat ein Buch geschrieben grade The Joy of Aging Das einzige Buch das ich jemals empfehlen würde zum Thema Älterwerden.
01:09:55: Ich komm' nicht auf Ihren Namen.
01:09:57: Jedenfalls es waren echter Culture Clash Weil von den Lassi-Singers war sie, genau.
01:10:04: Mensch ich komme auf ihren Namen nicht!
01:10:05: Aber das wird... Wer sich dafür interessiert darf ist jetzt mal googlen.
01:10:11: The Joy of Aging so heißt ihr Buch und die beiden zusammen.
01:10:16: es war köstlich also wirklich
01:10:18: köstlich
01:10:19: und da fand ich sogar Helene Fischer total nett.
01:10:23: Ja okay ja höre ich mir gerne an.
01:10:25: aber Helene fisch habe ich tatsächlich auch eine Sperre wenn ich ehrlich bin.
01:10:29: Und damit meine ich gar nicht.
01:10:31: Ich schätze sie als Künstlerin und was sie da auf der Bühne voll bringt, keine Frage.
01:10:37: das verdient Hochachtung.
01:10:38: Ich mag den Klang ihrer Stimme nicht so gerne ist aber ein persönliches
01:10:42: Ding.
01:10:43: Ja müssen wir ja auch nicht weiter diskutieren es vielmehr nur einen dass das wirklich mal ein Clash der interessanten Art war.
01:10:50: Total kann ich mir vorstellen.
01:10:52: Ja, vieles von dem was wir besprochen haben entwickelt sich ja nicht in so einer klaren Linie sondern eher so in Bewegung also von Gefühl zu Formen.
01:11:01: Von Ausdruck zur Einordnung und vielleicht wieder zurück.
01:11:05: Und ich merke beim Hören deiner Geschichten und meiner eigenen das Musik vielleicht genau dieser Ort ist an dem wir uns selbst immer wieder neu begegnen.
01:11:14: Ich danke dir für diesen ersten Gesprächsteil liebe Christina und als meine heutige Gästin Hast du ja die Rubriken für uns heute vorbereitet?
01:11:24: Ach
01:11:24: so, ja.
01:11:26: Okay.
01:11:28: Brauchst du dafür noch irgendwas?
01:11:29: Nein,
01:11:31: weiß ich nicht.
01:11:31: Sag mal, ich muss da spontan darauf eingehen.
01:11:35: Ich glaube, ich konnte da nicht so wahnsinnig viel mit anfangen aber vielleicht fällt mir was Lustiges ein.
01:11:41: So dann jingle ab für die erste Rubrik den
01:11:44: Tune of
01:11:45: the Week!
01:11:57: Also wir haben ja heute schon ganz, ganz viel musikalische Inspiration bekommen von dir.
01:12:01: Was dich so geprägt hat und was du gerne gehört hast.
01:12:04: Jetzt bei dieser Kategorie würde ich gerne einen Song von dir hören wollen wenn du einen im Kopf hast.
01:12:11: Vielleicht ein Song der dich dein Leben lang begleitet hat oder der vielleicht jetzt gerade eine besondere Bedeutung
01:12:16: für dich hat?
01:12:17: Ja in einem Song habe ich ja gleich am Anfang erzählt Mamas Boy Ja gut, da haben wir ja schon drüber geredet.
01:12:25: Aber was so ein All-Time Favorite Song ist von mir also die frühen Songs von Lucinda Williams sind für mich eigentlich alle ganz wichtig gewesen und auch nach wie vor mein liebstes Album von ihr oder das wo ich mich bedingungslos hinter sie gestellt habe Das ist ihre Auftrittalbum, das ist aus der Art von Pankrock und plötzlich eine Countrysängerin.
01:13:00: Da muss was Besonderes dran sein.
01:13:03: Wunderbare Songs, unglaublich tolle Songs!
01:13:07: Und ich würde rausnehmen vielleicht M.I.
01:13:10: To Blue also ein Beziehungslied wo sie ... eigentlich damit harter, dass sie immer zu traurig ist.
01:13:19: Dass sie immer melancholisch ist und er offensichtlich damit nicht so viel anfangen kann.
01:13:25: Also das ist schon dachte ich auch.
01:13:32: Sie ist für mich wirklich eine die phänomenal tolle Texte schreibt also emotional relevante Texte und auch von der vom Horizont her ganz toll.
01:13:44: Danke, packe ich auf alle Fälle in die Show Notes.
01:13:47: Dann könnt ihr euch ein Song mal anhören.
01:13:58: In der nächsten Rubrik beim Speak Clean in Power Up geht es darum, gibt's Wörter oder Sätze?
01:14:09: die du im Alltag so bemerkst, vielleicht auch in der Radiosprache wurde irgendwo sagst nicht sonderlich gut.
01:14:16: Die zu verwenden.
01:14:17: ich verwende dafür lieber dieses oder jenes.
01:14:20: Ich mag es nicht wenn Moderatoren Titeltrack sagen oder Title, Titelstück oder irgendwie sowas.
01:14:29: also entweder sie sagen Titeltrack oder Titel Stück aber Titel-Stück Titel, Track.
01:14:40: Das geht einfach nicht!
01:14:42: Englisch, Deutsch, furchtbar.
01:14:44: und was ich auch nicht mache ist das Binnen-E.
01:14:47: also ich spreche nicht von AutorInnen, das mag ich nicht.
01:14:53: Ich finde es eine nicht angemessene Vergewaltigung unserer schönen Sprache.
01:15:00: aber ich sage immer beide Geschlechter.
01:15:03: Also ich bin sehr für geschlechtergerechtigkeit Aber das Binnen-i steht bei mir auf der Shitlist.
01:15:10: Dann sagst du also lieber zu Hörer und Zuhörerinnen?
01:15:14: Ja, natürlich!
01:15:14: Oder Werte, Hörerschaft oder so... Man kann sich auch drum rumdrücken wenn man nicht viel Zeit hat.
01:15:21: Wenn Du das Generikum nimmst geht es genauso gut absolut genau.
01:15:26: Ja finde ich toll.
01:15:27: haben wir beide den gleichen Wert auf alle Verliste.
01:15:29: Auch das Binden i stört mich nicht aber ist ja auch Geschmackssache.
01:15:34: Absolut danke dir So Snack.
01:15:43: Das ist die Rubrik, wo du eine Empfehlung geben darfst für einen tollen Film oder ein schönes Buch und gerne auch ein Gedicht oder ein Zitat was auch immer du möchtest?
01:15:56: Oder bin ich jetzt glaube ich muss ich glaube ich passen?
01:16:00: da weiß ich gar nicht so richtig.
01:16:02: also man hat ja immer irgendwas was einem total wichtig ist.
01:16:07: Ich lese gerade politische Literatur, da möchte ich jetzt niemanden die Laune mitverderben.
01:16:12: Wie wär's mit deinem Buch was du vorhin empfohlen hast?
01:16:15: Mit dem Culture Clash, mit Helene Fischer?
01:16:19: das einzige Buch dass du empfehlen würdest im Hinblick auf Altern,
01:16:23: auf das Thema?
01:16:24: Ja The Joy of Aging.
01:16:26: Also das ist wirklich lustig!
01:16:27: Das ist sehr unterhaltsam und hält sich nicht damit auf irgendwelche düsseligen Ratschläge zu geben sondern basiert sehr auf nehmen, wie es ist.
01:16:40: Also schon oder anerkennen, wie das ist und trotzdem nicht vergessen dass wir ein Rock'n Roll sind also... Es ist ja irre manchmal, ne?
01:16:55: Also was meinst du?
01:16:57: Don't get me started!
01:17:01: Oh yes I
01:17:01: do.
01:17:04: Was meinst du mit Rock'n Roll weiterhin?
01:17:06: Naja, dass wir trotzdem ja coole Leute sind.
01:17:09: Auch wenn man inzwischen weit hinterm Rentenalter ist und dass wir viel drauf haben nur weil wir jetzt irgendwie anfangen weiße Haare zu kriegen.
01:17:19: und ich habe jetzt eine neue Brücke gekriegt.
01:17:21: also so ist das halt Live Sucks and Then You.
01:17:25: Die hatten ein Kollege von mir immer gesagt, das finde ich echt
01:17:29: einen guten Spruch.
01:17:31: Ja
01:17:32: und aber wir sind ja trotzdem lebendige Menschen.
01:17:37: also ich möchte nicht plötzlich nur noch in der Senioren-Ecke irgendwo sitzen.
01:17:42: Also das geht
01:17:44: nicht.
01:17:44: Und den Shift gestalten wir?
01:17:45: Ja
01:17:46: natürlich Absolut!
01:17:50: Also du, ich fährt jetzt im Juli vierzig.
01:17:53: Na siehst du, kommst da auch in den Joy of Aging rein.
01:17:56: Ich komm' auch in die Joy rein und es ist echt wenn Du so Karten, Geburtstagskarten oder so siehst was da für Sprüche draufstehen dann krieg ich erst recht graue Haare.
01:18:05: also wüsste Dein gemeinn
01:18:06: Gott
01:18:07: Komm mal irgendwie klar ne?
01:18:08: Es ist eine Zahl.
01:18:11: Ja ich danke Dir für Deinen So Snack Impuls auf alle Fälle.
01:18:19: Tune Up Impulse.
01:18:23: Die letzte Kategorie ist der Tune up Impulse.
01:18:27: Da
01:18:28: würde ich gerne wissen, ob du irgendwie so eine tägliche Routine hast oder vielleicht auch ein Ritual was du jeden Tag machst um dich in deinem Alltag mit dir selber zu verbinden.
01:18:42: Also ich habe sehr viel und sehr lange und schon seit ich einen Griffel halten konnte Tagebuch geschrieben.
01:18:52: das
01:18:53: mache ich eigentlich immer noch vielleicht nicht mehr mit so viel Werf wie früher, aber ich habe früher sehr viele Tagebuch geschrieben und das war mir immer wichtig.
01:19:10: Und auch mich lange davon emanzipieren müssen mir nicht vorzustellen, dass es irgendjemand liest.
01:19:18: Das finde ich eine ganz wichtige Phase.
01:19:21: die muss man sehr ernst nehmen finde ich.
01:19:24: also wenn dein Schreiben wirklich etwas artikulieren soll was dich weiterbringt musst du dich davon befreien.
01:19:31: bei der Vorstellung und wir haben ja ganz am Anfang auch mal über meine Familie ein paar Worte verloren Ich war mir nicht immer sicher das mein Tagebuch nicht gelesen wurde Und das sind traumatische Dinge.
01:19:49: Also ich empfehle allen Eltern Hände weg vom Tagebuch der
01:19:53: Kinder
01:19:55: niemals, never do it.
01:19:58: Ja ist wichtig.
01:19:59: Damit geht richtig viel Vertrauen.
01:20:03: Man muss darum kämpfen eine wirkliche Sprache für sich zu finden und dann sind wir fast schon wieder bei dem Schreibworkshops.
01:20:11: Das ist eigentlich etwas was Hochwärtsschätze, eine wirkliche Sprache zu finden.
01:20:19: Und wann schreibst du?
01:20:21: Tagebuchmorgens
01:20:22: oder abends?
01:20:22: Morgens.
01:20:24: Meistens im Bett falls du das meinst ja.
01:20:26: Ja
01:20:27: naja klar wo hast du das Buch liegen wo liegt?
01:20:29: der Stift ist auch entscheidend und dann lässt er einfach fließen was so raus will sozusagen.
01:20:35: Ne das würde ich so nicht sagen.
01:20:37: also dass ne ich schreibe einfach weil sich da rein hemmern will ... muss nicht fließen.
01:20:45: Kann auch stottern!
01:20:46: Ja, kann auch stottern aber ich meine schreib's da auf was du am Tag gemacht
01:20:49: hast?
01:20:49: Nein das ist kein... Es ist kein Protokoll, es ist kein Lebensprotokoll sondern es sind meine Gedanken die ich festhalle halte.
01:20:58: Manchmal halte ich auch fest dass etwas.. Dass sich im Tagebuch etwas ausdrücke was ich niemals sagen würde.
01:21:07: So was gibt es ja auch gerade in empfindlichen Beziehungen.
01:21:13: auf alle Fälle, dass das noch mal irgendwie so ein Weg nach außen findet und nicht irgendwie drinnen feststeckt oder so energetisch.
01:21:21: Vielen lieben Dank für den Impuls!
01:21:25: Ich nehme aus unserem Gespräch heute vor allem mit wie viele ebenen Musik haben kann und wie sehr sie sich im Laufe eines Lebens auch verändern kann – nicht muss aber kann von Analyse über Gefühl bis hin zu persönlicher Erinnerung Und irgendwie auch immer wieder zurück.
01:21:44: Danke dir, Christine für deine Zeit!
01:21:46: Deine Einordnung heute und dafür dass du dich auf diese Reise eingelassen
01:21:51: hast.
01:21:53: Ja
01:21:53: danke.
01:21:55: Danke, dass Du heute dabei warst und diese Reis mitgehört hast.
01:22:00: Gibt es einen Song
01:22:01: der
01:22:01: Dich schon ein Leben lang begleitet?
01:22:04: Ein Lied das immer wieder auftaucht in verschiedenen Phasen Mit unterschiedlichen Bedeutungen?
01:22:10: Wenn ja, schreib ihn mir sehr gerne in die Kommentare.
01:22:13: Ich bin wirklich neugierig welche Musik euch durchs Leben trägt und vielleicht entsteht daraus eine eigene kleine Sammlung an Lebenssoundtracks!
01:22:35: Teile diese Folge gerne mit Menschen, für die Musik eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt und du das Gefühl hast dass sie diese Folge auf alle Fälle hören sollten.
01:22:45: Und wenn du noch näher dran sein möchtest gibt es außerdem meinen geschlossenen WhatsApp-Kanal oder Kreis den Tune-Up Circle.
01:22:53: Dort teile ich Gedanken, Musikimpulse und Eindrücke hinter den Folgen.
01:22:59: Den Link findest Du in den Show Notes.
01:23:02: Ja jetzt freue auf die nächste Woche.
01:23:05: Ich würde mich freuen, wenn du dabei sein magst wieder reinzuhören.
01:23:09: und jetzt befinden wir uns ja auch kurz vor der Pause wo die meisten Podcasts eine Sommerpause machen und ich werde keine Sommerpause mache sondern auch weitergehend jede Woche für dich da sein denn es wird ein Sommerspecial geben wo ich jede Woche Folge zu den
01:23:28: schackeren posten.
01:23:29: also wenn du meinen baum mein tree of life kennst da werden wir denen einmal von unten nach oben abgeben.
01:23:37: jede woche wirst du einen kleinen song impuls bekommen und freu mich auf dich.
01:23:44: stay tuned.
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